Im neuen Hot Stock Report mit Florian Söllner steht das anstehende SpaceX-IPO im Mittelpunkt – laut Hype „der größte Börsengang aller Zeiten“. Die Begeisterung ist enorm, doch Söllner mahnt zur Vorsicht: Mit einer angepeilten Bewertung von rund 1.700 Mrd. Dollar (ca. 100x Umsatz) ist SpaceX um ein Vielfaches teurer als seinerzeit Tesla (2 Mrd.) oder Alphabet (20 Mrd.) beim Börsengang.
Eine vielsagende Grafik zeigt: SpaceX wäre allein größer bewertet als die Top-10-DAX-Konzerne zusammen. Auch Starinvestor Jim Chanos warnt – Google sei damals mit dem 7-fachen Umsatz an die Börse gegangen, nicht dem 100-fachen. Hinzu kommt: Im IPO-Filing selbst steht, dass das KI-Segment – Träger von rund 90 % der Fantasie – bisher signifikante operative Verluste fährt und die Marktakzeptanz unsicher ist. Historisch verlaufen Mega-Tech-IPOs (Facebook -50 %, Palantir etc.) zunächst meist enttäuschend, bevor sich später langfristig Chancen ergeben. Kurzfristig könnte das IPO als Trade funktionieren, langfristig rät Söllner jedoch zur Geduld.
Auslöser für die Nervosität war das Tech-Beben am Freitag an der Wall Street: Schwache Broadcom-Aussichten, geplante Kapitalerhöhungen bei Alphabet und Meta sowie steigende US-Renditen drückten NVIDIA, Alphabet und Meta. Charttechnisch bleiben NVIDIA (KGV 16 für 2027) und Alphabet (KGV 24) intakt, Meta wird kritischer gesehen. Jensen Huangs zuletzt sehr lockerer, fast werblicher Auftritt („verdoppelt den Kurs“) sorgt für Skepsis. Bei Alphabet besteht über den XAI-/SpaceX-Deal (knapp 1 Mrd. $/Monat Rechenzentrumsleistung) und 5 % IPO-Beteiligung eine direkte Verknüpfung.
Im Depot 2030 wurden bei sechs Werten Gewinne mitgenommen (u. a. AIXTRON, AT&S, Kawasaki komplett verkauft), die Cashquote liegt nun bei 16 %, 40 % spekulative Tech-Titel, 44 % Value. Statt der gehypten Namen setzt Söllner verstärkt auf zurückgebliebene Werte: OHB (Satelliten, Defense, Space-Abwehr) ist mit einem KUV von einem Zehntel von SpaceX deutlich günstiger; AeroVironment (Aufklärungsdrohnen, 100-Mio.-Dollar-Auftrag) und Hensoldt stabilisieren sich. Tencent (KGV 12) bleibt nach Verkauf auf der Watchlist, da das Unternehmen Dutzende KI-Produkte launcht und Aktien zurückkauft. SAP erholt sich wieder, da viele Kunden bewusst nicht überall KI wollen, sondern auf Datenhoheit setzen – ein neuer deutscher Cybersecurity-Titel wurde ergänzt. Beim Bitcoin bleibt das Bild „gruselig“ – kein Wiedereinstieg, Liquidität wird ins SpaceX-IPO gezogen.
Ein ehemaliger Astronaut entzaubert zudem Musks Vision von KI-Rechenzentren im All: Starlink sei ein Volltreffer, aber eine Million orbitaler Datacenter werde es wegen Kollisionsrisiken und Sicherheitsbedenken nicht geben. Auch Musks Prognosen treffen laut NYT historisch nur zu rund 19 % zu. Positiv: DHL als Langweiler-Profiteur (1.000 Roboter, KI-Effizienz) hat sich seit Vorstellung verdoppelt – ein Beleg, dass abseits des KI-Hypes solide Chancen bleiben.
Den Hot Stock Report finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Florian Söllner hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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