Kann Lillys Abnehmpille Foundayo auch gesundheitlich helfen? Eine weitere Studien-Auswertung zeigt: Bei der höchsten Dosis liegt das Zehn-Jahres-Risiko für Typ-2-Diabetes 57 Prozent und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen 18 Prozent unter Placebo. Was bedeuten die Daten für Lilly im Wettbewerb mit Novo?
Eli Lilly meldet nun für seine Abnehmpille mögliche Vorteile, die über die Gewichtsabnahme hinausgehen. Eine nachträgliche Auswertung der Phase-3-Studie ATTAIN-1 ergab laut Lilly für die Maximaldosis von 17,2 Milligramm ein geschätzt 57 Prozent niedrigeres Zehn-Jahres-Risiko für Typ-2-Diabetes als unter Placebo. Das prognostizierte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag den Berechnungen zufolge 18 Prozent darunter. Es handelt sich um errechnete Risikowerte, nicht um den Nachweis, dass Erkrankungen tatsächlich seltener auftraten.
ATTAIN-1 umfasste mehr als 3.000 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Teilnehmende mit Diabetes waren ausgeschlossen. Getestet wurden Foundayo als alleinige Therapie in Dosierungen von 5,5, 9 und 17,2 Milligramm sowie ein Placebo. Für alle drei Dosierungen berechneten die Forschenden das prognostizierte Zehn-Jahres-Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Das stimmt uns wirklich optimistisch, was eine langfristige Anwendung von Foundayo für die Patienten und für das Gesundheitssystem insgesamt bedeuten könnte“, zeigte sich Thomas Seck, Senior Vice President für Produktentwicklung bei Lilly Cardiometabolic Health, zuversichtlich.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Foundayo im April zur Gewichtsregulierung zugelassen. Lilly positioniert sich damit in einem Markt, in dem Novo bereits seit Jahresbeginn mit der Wegovy-Pille eine konkurrierende orale GLP-1-Therapie anbietet. Die neuen Auswertungen könnten Lillys Argumentation für Foundayo weiter stützen. Einen direkten Vergleich der Wirksamkeit beider Präparate enthalten die vorliegenden Angaben allerdings nicht.
Die Aktie von Eli Lilly hat in den vergangenen Jahren die Aktie von Novo klar outperformt. Während Eli im 2-Jahresvergleich 29 Prozent zulegen konnte, verlor Novo fast 68 Prozent. Allerdings ist die Bewertung mit einem 2027er-KGV von 24 von Eli schon durchaus sportlich, Novo ist hier nur mit 11 bewertet. Anleger legen die Aktie von Novo auf die Watchlist. Gelingt es dem Unternehmen, wieder aufs Gaspedal zu drücken und wieder mit starken News zu punkten, ist die Aktie durchaus gut für eine Aufholjagd. Vorerst jedoch abwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 14:24
Bei Google bevorzugen