Toshiba will seine Festplattenfertigung verdoppeln. Für Seagate und Western Digital steht damit das Argument auf dem Spiel, das die Rally trägt: knappes Angebot.
Ein Bericht von Nikkei Asia trifft die Festplattenbranche an ihrer empfindlichsten Stelle. Seagate verliert am Freitag vorbörslich rund zehn Prozent, Western Digital rund acht Prozent. Auslöser ist Toshiba: Der kleinste der drei großen Hersteller will dem Bericht zufolge seine Fertigung von Laufwerken für KI-Rechenzentren verdoppeln.
Seagate und Western Digital: Was auf dem Spiel steht
Rund 380 Millionen Dollar fließen in das Werk auf den Philippinen. Mittelfristig soll der Anteil an der ausgelieferten Speicherkapazität von gut zehn auf 30 Prozent steigen.
Das trifft den Kern der Rally: knappes Angebot, steigende Preise. Seagate stellt für das abgelaufene Quartal 4,10 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, nach 3,63 Milliarden im Vorquartal.
Western Digital steht vor demselben Problem. Der Konzern setzte zuletzt 3,75 Milliarden Dollar um, 44 Prozent mehr als im Vorjahr, und peilt ebenfalls 4,10 Milliarden an – bei einer bereinigten Bruttomarge von 55 bis 56 Prozent. Diese Marge lebt von der Preismacht, die Toshiba nun angreift. Allerdings: Ein Werk ist schneller angekündigt als hochgefahren.
Seagate schloss am Donnerstag bei 946 Dollar und notiert vorbörslich bei 844 Dollar, minus 10 Prozent. Damit fällt die Aktie unter die 50-Tage-Linie, die bei 854 Dollar verläuft. Als Unterstützung dient die Linie bei rund 780 Dollar, die die Tiefs des Sommers verbindet. Fällt die Aktie darunter, rückt das Juli-Tief bei 699 Dollar in den Blick. Die 200-Tage-Linie liegt mit 651 Dollar weit entfernt.
Western Digital schloss bei 463 Dollar und steht vorbörslich bei 425 Dollar, minus 8 Prozent. Der erste Widerstand ist die 20-Tage-Linie bei 450 Dollar. Die Unterstützung liegt bei 400 Dollar: Dort verläuft die 200-Tage-Linie. Fällt die Aktie darunter, notiert sie erstmals in diesem Jahr unter ihrem langfristigen Durchschnitt.
Seagate und Western Digital sind beide keine laufenden Empfehlungen des AKTIONÄR.
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