ServiceNow hat gestern nach US-Schluss das dritte Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg um 20,5 Prozent auf 4,11 Milliarden Dollar und lag damit über der Schätzung von 4,09 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,00 Dollar knapp unter der Schätzung von 1,02 Dollar. Der Ausblick des Managements ist jedoch enttäuschend: Die Vertragserlöse der nächsten zwölf Monate (cRPO) sollen im vierten Quartal nur noch um 18,5 Prozent wachsen, nach 20,5 Prozent im dritten Quartal. Die Aktie schloss bei 150,13 Dollar und fiel nachbörslich um 18,1 Prozent auf 122,91 Dollar.
Warum das Thema für SAP trägt
Der Reflex des Marktes ist bekannt: Bricht ein großer US-Softwarewert ein, wird SAP am nächsten Morgen mitverkauft. Die Zahlen könnten jedoch diesmal gegen eine einfache Ansteckung sprechen. Der Current Cloud Backlog von SAP, das Gegenstück zur cRPO, wuchs im dritten Quartal um 26 Prozent währungsbereinigt auf 24,14 Milliarden Euro. Damit wächst er schneller als bei ServiceNow, und das Tempo hält: Schon im zweiten Quartal lag das Plus bei 26 Prozent. Der Cloud-Umsatz stieg um 26 Prozent auf 6,67 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz lag mit 10,27 Milliarden Euro erstmals über zehn Milliarden. Für 2026 peilt SAP beim Cloud-Umsatz und beim Cloud- und Softwareumsatz jeweils das obere Ende der Prognosespanne an.
SAP selbst erwartet, dass sich das Backlog-Wachstum im Gesamtjahr leicht verlangsamt, 2025 lag es bei rund 25 Prozent. Zudem enthält der Cloud-Umsatz im dritten Quartal Nachholeffekte von Kunden. Die Aktie ist seit dem 8. Oktober um rund 12 Prozent gestiegen und hat damit Fallhöhe aufgebaut. Der Kern der Debatte ist bei beiden derselbe: Nutzen KI-Agenten den Plattformen oder ersetzen sie Lizenzen?
Die SAP-Aktie schloss am Mittwoch bei 211,20 Euro und damit 2,43 Prozent unter dem Hoch vom 22. Oktober, dem Tag nach den Quartalszahlen. Die Kurslücke vom Januarabsturz ist geschlossen: Die Zone von 200 bis 203 Euro ist die erste Unterstützung, darunter folgt die 50-Tage-Linie bei 190,38 Euro. Über der 200-Tage-Linie bei 165,10 Euro liegt der Kurs rund 28 Prozent. Fällt der Kurs unter die Unterstützungszone bei 200 Euro, wäre der Ausbruch nach den Zahlen ungültig.
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