Der Bitcoin steht vor einem seltenen Meilenstein. Die Digitalwährung steuert auf den dritten Monatsgewinn in Folge zu. Damit durchbricht der Kurs eine Serie, die seit über zehn Jahren Bestand hatte. Doch das anstehende Schlussquartal bringt schwere Hürden mit sich.
Der September galt an den Krypto-Märkten lange als verlässlicher Verlustmonat. Seit 2013 galt ein festes Muster: War der August positiv, folgte im September stets ein Minus. In diesem Jahr fällt anscheinend diese Serie.
Nach einem Plus von 25 Prozent im August legt der Bitcoin im September um weitere sieben Prozent zu. Halten die Gewinne über die verbleibenden zwei Tage, sichert sich die Kryptowährung von Juli bis September drei grüne Monate am Stück. Gleichzeitig beendet der Markt das dritte Quartal mit einem Zuwachs von mehr als 40 Prozent – dem ersten positiven Quartal seit Q3 2025.
Historische Stärke trifft auf Zinsdruck
Saisonal gesehen steht dem Markt nun eigentlich die beste Zeit bevor. Daten der Analyseplattform CoinGlass belegen: Das vierte Quartal ist historisch das stärkste für den Krypto-Sektor, mit einem durchschnittlichen Plus von rund 77 Prozent. Aktuell notiert der Kurs bei 84.000 Dollar.
Doch das makroökonomische Umfeld bremst den Optimismus. Der Grund: Weltweit steigen die Renditen der Staatsanleihen. In den USA liegt die Rendite zehnjähriger Papiere mittlerweile über 5,2 Prozent. Der MOVE-Index, der die Volatilität am Anleihemarkt abbildet, kletterte über die Marke von 100 Punkten und nähert sich seinem Jahreshöchststand. Auch der Ölpreis drückt auf die Stimmung: Notierungen von über 90 Dollar je Barrel heizen die Inflationssorgen wieder an. Entsprechend reagieren die Märkte nervös. Gold verlor am Montag rund drei Prozent und fiel auf knapp über 4.000 Dollar je Unze.
Im vierten Quartal warten zudem zwei handfeste Belastungsproben auf die Risikofreude der Investoren. Während das KI-Start-up Anthropic Medienberichten zufolge für November einen Börsengang plant, fürchten Beobachter eine Verschiebung der Kapitalströme. Ein Tech-IPO dieser Größenordnung könnte Liquidität aus dem Krypto-Sektor absaugen, auch wenn Umfang und Zeitplan noch nicht final feststehen.
Zusätzlich sorgen die US-Zwischenwahlen im November für Unsicherheit. Anleger müssen die künftige Regulierung und Wirtschaftspolitik neu bewerten, was für spürbare Kursschwankungen sorgen dürfte.
Der Bitcoin hat seinen Spätsommer-Fluch überraschend abgelegt und geht mit starkem Momentum in die Jahresendphase. Dennoch ist die erhoffte Quartalsrallye kein Selbstläufer. Hohe Zinsen, teure Energie und politische Unsicherheiten in den USA bilden eine Wand aus Risiken. Anleger sollten sich trotz des jüngsten Erfolgs auf unruhige Wochen einstellen.
Der Bitcoin hat seinen Spätsommer-Fluch überraschend abgelegt und geht mit starkem Momentum in die Jahresendphase. Anleger bleiben an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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