17.09.2019 Jochen Kauper

Volkswagen nimmt die nächste Hürde – Einigung in Australien- Aktie hat weiteres Potenzial

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Volkswagen Vz.
Trendthema

VW hat sich mit Sammelklägern in Australien auf einen Vergleich geeinigt und damit einen weiteren Rechtsstreit im Zuge des Abgas-Skandals aus dem Weg räumen. Die 100.000 vom Dieselskandal betroffenen australischen Kunden könnten im Schnitt mit einer Zahlung von 1.400 australischen Dollar (870 Euro) rechnen, teilte Volkswagen am Montag in Wolfsburg mit.

VW hat in Australien einen wichtigen Schritt in punkto Abarbeitung des Abgas-Skandals getan. VW wird aller Voraussicht nach den rund 100.000 Klägern umgerechnet rund 870 Euro bezahlen. Das Volumen für die Kundenklagen summiert sich auf rund 87 Millionen Euro. Der Vergleich muss noch von einem Gericht bestätigt werden. Volkswagen rechnet damit, dass die fünf betroffenen Verfahren bis Frühjahr 2020 abgeschlossen werden.

Für Volkswagen also nichts Dramatisches. Der Abgas-Skandal ist ohnehin, zumindest was die Börse betrifft, längst abgehakt.

Die Börse blickt nach vorne. Die Börse antizipiert, welches Konzept Volkswagen für die Zukunft parat hat. Als einziger der deutschen Autobauer setzt der VW-Konzern konsequent auf die Karte Elektromobilität. Die Luxus-Tochter Porsche stellte vor der IAA den Taycan vor, das Premium-Segment besetzt Audi mit dem E-tron und die Kernmarke Volkswagen setzt mit dem ID.3 konsequent auf die breite Masse. Der ID.3 kommt für rund 30.000 Euro. Die ID.31st Edition für knapp 39.000 Euro ist bereits ausverkauft.

Spätestens 2025 will Volkswagen mehr als eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen. Im VW-Werk in Zwickau sollen ab 2021 pro Jahr 330.000 Elektroautos vom Band laufen, in drei Monaten die ersten Modelle des ID.3.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Im Zuge eines freundlichen Gesamtmarktes und der positiven Meldungen von der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat die VW-Aktie den Sprung über die wichtige 200-Tage-Linie bei 147,22 Euro geschafft. Der Ausbruch über die Trendlinie hatte sich in den letzten Monaten allerdings des Öfteren als Fehlsignal herausgestellt. Die nächste Hürde wartet jetzt bei 164,00 Euro auf die VW-Aktie. Nimmt das Papier auch diesen Widerstand, erhöht sich das Potenzial bis auf 178,90 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX).