Es war kein schlechter Tag für das Unternehmen SpaceX. Es war ein schwacher Tag für die SpaceX-Aktie: minus 4,05 Prozent auf 134 Dollar hat das Papier am Donnerstag abgegeben. Was den Ausschlag gab, war kein Quartalsbericht und keine Meldung – sondern ein Datum im Kalender.
Bei einem typischen Börsengang endet die Sperrfrist nach 180 Tagen in einem einzigen Ereignis. SpaceX hat das anders konstruiert. Siebzehn separate Tranchen strecken die Freigabe bis in die zweite Hälfte von 2027. Die Logik dahinter war, einen Schwall zu vermeiden – doch was als Schutzmaßnahme gedacht war, schafft ein anderes Problem: Der Markt weiß, dass immer neue Wellen kommen.
Die erste große Freigabe war der 6. August: Damals wurden rund 911,5 Millionen Anteile handelbar – mehr als die gesamte IPO-Emission – womit sich der frei handelbare Anteil von knapp fünf Prozent auf rund zwölf Prozent aller ausstehenden Aktien mehr als verdoppelte. Gestern, am 20. August, folgte die erste der fünf rollierenden Sieben-Prozent-Tranchen. Diese fünf Tranchen erscheinen alle zwei bis drei Wochen und laufen bis Ende Oktober; das größte Einzelereignis in dieser Staffel ist der 8. Dezember, an dem die 180-Tage-Frist ausläuft.
Das Tückische: Eine bedingte Tranche von 455,8 Millionen Aktien, die eigentlich früher hätte freikommen können, hat die Kursvoraussetzung nicht erfüllt und wandert nun ebenfalls auf den 8. Dezember. Dort werden dann bis zu 797,6 Millionen Anteile auf einmal freigegeben.
Was Dezember groß macht, macht Juni 2027 noch größer. Elon Musk hält rund 6,4 Milliarden Aktien unter einem separaten 366-Tage-Lock-up ohne jede vorzeitige Freigabemöglichkeit – kein Kursauslöser, kein Ausweg, frühestens handelbar am 12. Juni 2027. Das ist der größte einzelne gesperrte Aktienblock in einem börsennotierten Unternehmen weltweit. Was die Anleger bis dahin halten – oder nicht halten – entscheidet mit, zu welchen Kursen dieser Block auf den Markt trifft.
Die jüngste Erholung bei SpaceX ist bereits wieder Geschichte. Zwar ist das Unternehmen aufgrund der KI- und Weltraumstory langfristig weiter aussichtsreich. Kurzfristig drängt sich ein Neueinstieg jedoch nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
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