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Salzgitter: Wie Phönix aus dem Hochofen

Salzgitter: Wie Phönix aus dem Hochofen
Foto: Börsenmedien AG
Salzgitter AG -%
Markus Bußler 10.07.2015, 11:45 Markus Bußler

Die Stahlbranche wittert Morgenluft – endlich. Die Nachfrage zieht auch in Südeuropa wieder an. Zur Freude von Salzgitter. Der Konzern ist auf Turnaround-Kurs.

Hand aufs Herz: Wie oft wurde in den vergangenen Jahren bereits der Turnaround bei der stark zyklischen Stahlbranche ausgerufen? Dreimal? Viermal? Doch bislang ist umgehend Ernüchterung eingekehrt. Diesmal scheint es tatsächlich so weit zu sein. Diesmal kommen optimistische Töne von der Wirtschaftsvereinigung Stahl. „Die europäische Industrie steht vor einer Trendumkehr“, sagt Präsident Hans Jürgen Kerkhoff. Sowohl in Europa allgemein als auch in Deutschland soll die Nachfrage wieder steigen.

Dazu könnte die Stahlbranche Unterstützung von der Politik bekommen. Die EU überprüft Dumping-Vorwürfe bei Importen von kaltgewalztem Edelstahlblech aus China und Russland. „Jegliche Strafmaßnahme dürfte positiven Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Stahlpreise im zweiten Halbjahr haben und damit die Aussichten für die Konzerne verbessern“, sagt Analyst Rochus Brauneiser von der französischen Investmentbank Kepler Cheuvreux. Von einer solchen Trendwende könnte Salzgitter als „reinrassiger Stahlplayer“ besonders profitieren. Dem Konzern kämen Strafzölle für die außereuropäische Konkurrenz besonders zugute. Das Kursziel für Salzgitter hat Brauneiser deutlich von 30 auf 45 Euro angehoben.

Doch es ist nicht nur die Aussicht auf Strafzölle, die für die Salzgitter-Aktie spricht. Der Konzern befindet sich – endlich – auf Turnaround-Kurs. Dieser Turnaround begann im vergangenen Jahr: Salzgitter gelang es, den Verlust deutlich von 490 Millionen auf 31,9 Millionen Euro zu reduzieren. Und im laufenden Jahr soll der Konzern dem Gros der Analysten zufolge in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Der Durchschnitt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 0,80 Euro im laufenden und 2,42 Euro im kommenden Jahr.

Dass Salzgitter ernst macht und Verlustbringer verkauft beziehungsweise schließt, hat man auch in der abgelaufenen Woche gesehen: Der Vorstand hat die Schließung von Hoesch Spundwand und Profil GmbH bekannt gegeben. Zwar gab es gegen die Aktion zahlreiche Proteste. Doch letztlich hat sich Salzgitter aus unternehmerischer Sicht nach einer Reihe von gescheiterten Restrukturierungsversuchen für die letzte verbliebene Konsequenz entschieden, um den Verlustbringer aus der Bilanz zu eliminieren. Zwar werden dadurch wohl noch einmal Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich fällig. Doch Salzgitter bekräftigt die Prognose, im laufenden Jahr einen Vorsteuergewinn im zweistelligen Millionenbereich zu erwirtschaften.

Konjunktursensible Titel sind an der Börse im Kommen. Das sieht man am Beispiel Salzgitter. Das Restrukturierungsprogramm zeigt Erfolg. Das Unternehmen kommt gestärkt aus der Krise.

 

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