Als Waferhersteller hat Siltronic in den vergangenen Tagen von der zurückgekehrten Euphorie in der Halbleiterbranche profitiert. 19 Prozent hatte die Aktie alleine seit Donnerstag bis zum Handelsende am heutigen Dienstag zugelegt. Doch am Abend knickt der MDAX-Titel auf Tradegate ein. Hintergrund: Der Großaktionär Wacker Chemie reduziert seine Beteiligung.
Wacker will im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens 2,2 Millionen Anteile an Siltronic an institutionelle Anleger verkaufen. Das entspricht rund 6,7 Prozent des Grundkapitals von Siltronic. Der Großaktionär würde dann nur noch knapp 15 Prozent halten. In der jüngeren Vergangenheit hatte Wacker Chemie seinen Anteil bereits deutlich reduziert – völlig überraschend kommt der erneute Schritt am Montag deshalb nicht. Dennoch: Die Tochter notiert nachbörslich rund fünf Prozent tiefer als zum Handelsschluss auf Xetra, als noch ein sattes Plus von rund drei Prozent zu Buche stand.
Grundsätzlich haben sich die Aussichten für Siltronic zuletzt aber verbessert. Die KI-Nachfrage wird zunehmend zum Katalysator für den Absatz von Wafern mit Durchmessern von bis zu 300 Millimetern. Wenn die Nachfrage am Markt ab dem kommenden Jahr nicht mehr gedeckt werden kann, sollten massive Preissteigerungen die Folge sein – und damit bessere Margen für Siltronic als einer der weltweit führenden Hersteller in dem Bereich.
In den vergangenen Monaten hat Siltronic viel Gegenwind verspürt. Zuletzt hat die Stimmung aber gedreht. Dass Wacker Chemie den Anteil reduziert, ist kein Beinbruch – vielmehr wird der latente Aktienüberhang des Großaktionärs damit geringer. Nach den deutlichen Gewinnen zuletzt ist eine Verschnaufpause nun auch durchaus gesund. Ob die Erholung dann fortgesetzt wird und das Momentum tatsächlich nachhaltig dreht, muss sich jedoch erst in den kommenden Wochen zeigen.
Heute, 21:16
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