06.04.2020 Marion Schlegel

Lufthansa: Große Aufholjagd oder Kursziel 6,50 Euro?

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Deutsche Lufthansa

Die Aktie der Deutschen Lufthansa präsentiert sich am heutigen Montag deutlich erholt. Mit einem Plus von acht Prozent auf 8,59 Euro gehört das Papier zu den stärksten Papieren des Tages im deutschen Leitindex DAX. Nur Volkswagen, die Deutsche Bank und Daimler können noch stärker zulegen. Dabei gab es für die Lufthansa erneut einen negativen Analystenkommentar.

Die Commerzbank hat die Einstufung für Lufthansa nach dem Rücktritt von Finanzvorstand Ulrik Svensson aus gesundheitlichen Gründen auf "Reduce" mit einem Kursziel von 6,50 Euro belassen. Trotz der bereits ersten Presse-Spekulationen im November 2018, wonach Svensson für ein ruhigeres Leben nach Schweden zurückkehren wolle, sei der aktuelle Zeitpunkt für den Rücktritt alles andere als ideal angesichts der größten Krise für die Lufthansa der letzten Jahrzehnte, schrieben die Analysten in einer am Montag veröffentlichten Studie. Die Airline brauche nun einen erfahrenen Finanzchef, um über weitere Kreditlinien und mögliche Staatshilfe zu verhandeln. Verglichen mit Konkurrenten habe die Lufthansa eine schwächere Bilanz und verbrenne mehr Cash.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Zudem gab es zum Wochenauftakt neue Spekulationen zur Zukunft der Tochter Germanwings. Gewerkschafter und Personalvertreter haben der Lufthansa vorgeworfen, die Corona-Krise für einen rabiaten Konzernumbau nutzen zu wollen. Man gehe davon aus, dass noch in dieser Woche die Schließung der Lufthansa-Tochter Germanwings verkündet werden solle, heißt es in einer Petition, die von Vertretern der Gewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit unterzeichnet ist. Das Unternehmen bezeichnete die angeblichen Schließungspläne am Montag als "Spekulationen", zu denen es keine Beschlussvorlage des Vorstands gebe. Derzeit würden die Optionen für Germanwings überprüft.

DER AKTIONÄR bleibt zuversichtlich, dass die Lufthansa-Aktie mittel- bis langfristig deutlich höher als derzeit notieren wird. Doch kurzfristig könnten eine Verlängerung des Corona-Ausnahmezustands sowie eine Kapitalerhöhung den Kurs noch weiter belasten. Daher drängt sich ein Einstieg aktuell noch nicht auf, Anleger sollten sich noch etwas in Geduld üben.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

(Mit Material von dpa-AFX)