21.08.2019 Jochen Kauper

BMW-Aktie: Für Entwarnung ist es noch zu früh!

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Der neue BMW-Chef Oliver Zipse muss schnellstmöglich handeln. In Sachen Elektromobilität, Mobilitätsdienste und autonomes Fahren hinkt der Münchner Autobauer der Konkurrenz hinterher. Die Aktie jedenfalls spiegelt die Entwicklung wider. Im Vergleich zu Daimler und Volkswagen schneidet das Papier im Jahresverlauf bislang schlechter ab. Wie geht es mit der Aktie weiter?

BMW hatte sich unter Ex-Vorstand Norbert Reithofer in Sachen Elektromobilität mit dem i3 und dem i8 in eine gute Ausgangsposition gebracht. Der Vorsprung ist längst verspielt. Jetzt muss der neue CEO Oliver Zipse schnellstmöglich handeln.

„Es ist wichtig, dass sich BMW bei den Elektroautos besser positioniert, nachdem Tesla, Porsche, Mercedes, Audi mit ihrem E-Autos wichtige Pflöcke gesetzt haben“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber DER AKTIONÄR.

"Es ist wichtig, dass sich BMW bei den Elektroautos besser positioniert."

Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Institut

Nicht ohne Grund wandte sich BMW-Vorstand Oliver Zipse vor wenigen Tagen an die Mitarbeiter. BMW habe sich in den vergangenen Jahren etwas „an den Erfolg gewöhnt“. Jetzt stiegen die Kosten schneller als die Einnahmen. Jeder müsse bereit sein, zu lernen und sich weiterzuentwickeln, Erfolg müsse „jeden Tag neu erarbeitet werden“, mahnte der neue Chef.

BMW AG

Fakt ist: Die letzte Kooperation mit Daimler in Sachen autonomes Fahren ist richtig. Weitere müssen folgen!

BMW (WKN: 519000)

„Joint Ventures ist das große Thema für BMW in der Zukunft. Guter Anfang mit den Mobilitäts-Services mit Daimler und autonomes Fahren liegt vor, aber für die Zukunft braucht es mehr. Die Welt von morgen ist eine Welt der Scales und dazu braucht es breite Zusammenarbeit, entweder im Konzernverbund- wie in der VW-Gruppe- oder mit Eigenkapitalverknüpfungen, so wie bei Daimler und Geely oder langfristig tragfähige Kooperationen und oder Verträge“, sagt Dudenhöffer.

Die Aktie hat in den letzten Tagen wieder etwas Boden gut gemacht. Für Entwarnung ist es allerdings noch zu früh. Es gilt, die Widerstände bei 62,11 Euro und 64,80 Euro aus dem Weg zu räumen.