11.12.2014 Markus Bußler

Besser als Barrick Gold? Yamana mit cleverem Schachzug

-%
DAX
Trendthema

Es ist derzeit schon fast ein kleiner Trend in der Minenindustrie: Die Produzenten beginnen damit, Projekte, die nicht zum Kerngeschäft gehören, abzuspalten. So auch Yamana Gold. Der kanadische Goldproduzent, der im Frühjahr im Rahmen der Übernahmeschlacht um Osisko auf sich aufmerksam gemacht hat, geht jetzt ebenfalls diesen Weg.

Yamana will drei brasilianische Minen in eine neue Gesellschaft ausgliedern. Die neue Gesellschaft soll den Namen Brio Gold tragen. Dabei handelt es sich allerdings um keine allzu große Transaktion. TD Securities schätzt den Unternehmenswert auf rund 97 Millionen Dollar, das sind lediglich etwas mehr als zwei Prozent des Wertes von Yamana. Der Chef des neuen Unternehmens soll Gil Clausen werden, der den einen oder anderen vielleicht noch von seiner Zeit bei Augusta Resource Corp bekannt ist.

Gold/Kupfer-Projekt in Argentinien
Neuigkeiten gibt es bei Yamana zudem von dem Gold/Kupfer-Projekt Agua Rica in Argentinien. Der Konzern hat eine technische Studie vorgelegt. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für Agua Rica: Yamana könnte das Projekt für sich alleine entwickeln, was Kosten von 3,9 Milliarden Dollar nach sich ziehen würde. Oder man könnte es in Kombination mit der nahegelegenen Alumbrera Mine in Produktion bringen. In diesem Fall würden sich die Kosten auf rund 2,2 Milliarden Dollar summieren. Wirklich überzeugend sind beide Vorschläge jedoch für Steven Green von TD Securities nicht. „Große Multi-Milliarden-Dollar schwere Gold/Kupfer-Projekte sind derzeit auf niemands Radar“, sagt er. Das gelte umso mehr für Argentinien. Dort kämpften die Konzerne zusätzlich gegen inflationäre Kosten und Währungskontrollen. Yamana soll Credit Suisse zudem beauftragt haben, alle Optionen für Agua Rica zu prüfen – einschließlich eines Verkaufs.

Sicherlich: Die Verschuldung bei Yamana Gold ist durch die Übernahmeschlacht um Osisko in die Höhe geschnellt. Und eigentlich müsste Yamana damit beginnen, seine Präsenz in Nordamerika auszubauen. Dennoch: Die Aktie ist meines Erachtens zu stark abgestraft worden. Bei einer Stabilisierung des Goldpreises ist Yamana ein heißer Kandidat für eine Gegenbewegung. Noch nicht investierte Anleger können auf dem aktuellen Niveau eine erste spekulative Position aufbauen. Stoppkurs nicht vergessen. Sehen Sie dazu auch diese Sendung.