02.04.2020 Markus Bußler

Barrick Gold: Unfassbar

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Barrick Gold

Die Aktie des weltweit zweitgrößten Goldproduzenten Barrick Gold erholt sich weiter. Doch gestern wurde etwas bekannt, das aufhorchen lässt. Und tatsächlich einige Fragen aufwirft. John Thornton, Chairman bei Barrick Gold und vor der Ankunft von Mark Bristow lange Zeit der starke Mann bei Barrick Gold, hat einen Teil seiner Aktien an dem Unternehmen verkauft. Und zwar nicht wenige. Genauer gesagt über 2,6 Millionen Barrick-Aktien. Das ist die Hälfte der Aktien, die er ursprünglich hatte. Damit hat Thornton rund 50 Millionen Dollar eingenommen. Eine hübsche Summe. Doch wieso verkauft der Chairman jetzt?

Die offizielle Begründung in der Mitteilung, die Barrick Gold herausgegeben hat: „personal portfolio considerations“. Also mit anderen Worten: Es war eine persönliche Entscheidung von John Thornton mit Blick auf das eigene Portfolio. Das kann – mit Verlaub – alles oder nichts bedeuten und lässt Raum für Spekulationen. Wenn man bedenkt, dass der Zeitpunkt des Verkaufs mitten in der Corona-Krise nicht gerade glücklich war, dann darf die Spekulation durchaus auch in diese Richtung gehen: Hat sich Thornton eventuell bei anderen Geschäften verspekuliert und musste Geld nachschießen. Hat er womöglich einen der gefürchteten Margin-Calls bekommen? Ganz auszuschließen ist das nicht und mit Blick auf den Zeitpunkt in unseren Augen auch nicht ganz unwahrscheinlich.

Barrick Gold (WKN: 870450)

Erfahren werden wir es sicherlich nie, was die genauen Gründe für den Verkauf waren. Aber nachdem der Markt diesen Verkauf aufnehmen konnte, macht es auch wenig Sinn noch länger darüber zu spekulieren. Kurzfristig dürfte diese Position die Aktie etwas gebremst haben. 2,6 Millionen Aktien sind auch für einen liquiden Titel wie Barrick Gold eine Menge. Doch das Thema ist damit auch durch und Anleger sollten es schlicht und ergreifend zur Kenntnis nehmen. Und so wie es aussieht: Auch Finanzprofis sind anscheinend nicht vor Fehlinvestitionen verschont. Viel wichtiger ist aber: Operativ läuft es bei Barrick Gold weiter rund. Dem Beispiel von Thornton muss man als „normaler“ Anleger ohne Not sicher nicht folgen.