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Exklusiv: Hans-Olaf Henkel: Merkel hat versagt, Sarrazin hat recht – die große Flüchtlings-Milchmädchenrechnung

Exklusiv: Hans-Olaf Henkel: Merkel hat versagt, Sarrazin hat recht – die große Flüchtlings-Milchmädchenrechnung
Foto: Börsenmedien AG
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DER AKTIONÄR 17.09.2015, 10:23 DER AKTIONÄR
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Wie wichtig sind Zuwanderer für Deutschlands große DAX-Konzerne wie Daimler oder BMW – und was sind die Gefahren für die Gesellschaft? Hans-Olaf Henkel spricht im AKTIONÄR-Interview Klartext. Henkel war Chef von IBM Europa und bis Ende 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Der Vater von vier Kindern hat ein grünes Herz ("Ökomanager des Jahres") und ist Mitglied bei Amnesty International. Henkel wurde im Mai 2014 ins Europäische Parlament gewählt und ist mittlerweile Mitglied der neuen Partei Alfa.


Herr Henkel, wie konnte es passieren, dass Deutschland – obwohl mehrere Ländergrenzen von Syrien entfernt – das Gros der Flüchtlinge aufnehmen muss. Hat die Politik versagt?

Eindeutig ja! Natürlich gibt es Push-Faktoren, also Gründe dafür, dass diese Menschen aus ihrer Heimat getrieben werden. Aber es gibt vor allem aus Deutschland auch Pull-Faktoren, die Kriegsflüchtlinge, Asylbewerber aber auch Wirtschaftsflüchtlinge geradezu von Deutschland angesaugt werden. Für diese Gründe ist nun mal die Politik verantwortlich. Das ist manchmal sogar gefährlich, wenn sich Flüchtlinge aus sicheren Gebieten in Lebensgefahr begeben, um ins gelobte Deutschland zu gelangen!


Welche Pull-Faktoren meinen Sie?

Allein die Tatsache, dass Frau Merkel immer wieder verkündet: "Wir schaffen das schon", die anderen EU-Regierungschefs aber sagen, dass sie es nicht schaffen, führt logischerweise dazu, dass die Flüchtlinge alles versuchen, zu uns zu gelangen und nicht anderswohin. Dann hat sich überall herumgesprochen, dass selbst Asylbewerber, die keine Chance auf einen positiven Asylbescheid haben, während der Wartezeit auf den Asylbescheid hier ein höheres Einkommen als zu Hause beziehen können. Schließlich hat die teilweise euphorisch gefeierte sogenannte Willkommenskultur ihr Übriges heran, und jetzt ist kein Halten mehr. Ich finde, eine Kultur der "Hilfsbereitschaft" hätte genügt.


Viele Medien suggerieren gerne: Jeder Zuwanderer ist schon aufgrund der demografischen Entwicklung gut für Deutschland…

Das ist in dieser Pauschalität totaler Quatsch! Solange die Zuwanderer sich nur das Land ihrer Wahl aussuchen, anstatt das Land sich auch die Zuwanderer, wie zum Beispiel in Kanada, den USA, Australien oder Neuseeland der Fall, so lange geht diese Milchmädchenrechnung schönfärbender Politiker, dem Zeitgeist hinterherlaufender Journalisten und Wirtschaftsführer nicht auf.

Aber ist die Forderung von Konzernen wie Daimler nach mehr potenziellen Arbeitnehmern (und ein dadurch sinkendes Lohnniveau) nicht legitim?

Ja. Wir hätten schon früher ein System einführen sollen, welches qualifizierte Zuwanderer gezielt ins Land lässt. Als Mitglied der damals unter der Leitung Rita Süssmuths einberufenen Zuwanderungskommission habe ich schon vor über 10 Jahren für die Einführung des kanadischen Punktesystems geworben. Diese Forderung findet sich jetzt wieder im Parteiprogramm von Alfa!
Sicher bereichern Zuwanderer unser Land. Sie bringen Vielfalt, Dynamik und oft auch solche Fähigkeiten ins Land, von denen wir schon aufgrund der demographischen Entwicklung nicht mehr genug haben und in Zukunft davon noch viel mehr brauchen. Und auf jeden Fall sollten wir am im Grundgesetz festgelegten Recht auf Asyl festhalten. Alles was darüber hinausgeht, würde mittelfristig trotz aller an Bahnhöfen überreichten Teddybären, Blumensträußen und Babywindeln den sozialen Frieden bei uns gefährden.


Wieso?

Wenn die überwältigende Zahl der in diesem Jahr bisher zu uns Geflüchteten meist ledige junge Männer und zwei Drittel aller bisher zu uns Geflüchteten Moslems sind, dann braucht man nicht viel Phantasie, um sich neue Konflikte vorzustellen.


Wie schätzen Sie die Qualifizierung der Flüchtlinge aus Syrien ein?

Da über 75 Prozent der zu uns geflüchteten Syrer zu Recht Asyl bei uns bekommen, erübrigt sich diese Frage eigentlich. Trotzdem ist hier auch ein Lichtblick zu erkennen, denn die Syrer bringen im Durchschnitt eine hohes Ausbildungsniveau und eine meist weltoffene Einstellung mit. Das gilt nicht nur für den relativ hohen Anteil der Christen unter ihnen, es gilt auch für moslemische Syrer. Sie sind vermutlich leichter zu integrieren als Flüchtlinge aus anderen islamischen Ländern.


Können Sie es ausschließen, dass es in Deutschland innerhalb der nächsten 30 Jahre mehr Kinder mit muslimischen Glauben als mit christlichen Wurzeln gibt?

Thilo Sarrazin hat in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" diese Gefahr richtig beschrieben. Und heute spricht alles dafür, dass er Recht bekommt!


Und wäre dies positiv oder negativ aus ihrer Sicht?

Aus meiner Sicht eher negativ. Als langjähriges Mitglied bei Amnesty International und jetzt im Menschenrechtsausschuss des Europäischen Parlaments fällt mir immer wieder auf, dass von den 57 islamischen Ländern es in 55 keine Demokratie gibt und in fast allen islamischen Ländern die Menschenrechte, insbesondere die der Frauen und Mädchen, mit Füßen getreten werden. Solche Verhältnisse möchte ich nicht in Deutschland, und ich akzeptiere sie auch nicht unter dem von den Grünen, Linken und Sozis gern propagierten Mantel der "kulturellen Toleranz", den wir über unseren moslemischen Mitbürgern ausbreiten sollen.

Vielen Dank für das Interview.

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