Goldexperte Markus Bußler: Das Ende des Bullenmarktes?

Heute, 08:42
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Gold, Silber und Minen stehen unter Druck. In den USA macht ein Satz die Runde, der die Edelmetalle belastet: Higher for longer. Gemeint sind die Zinsen, die zum einen steigen könnten und zum anderen längere Zeit auf hohem Niveau verharren könnten. Die Renditen der zehnjährigen US-Anleihen springen nach oben. Nach wie vor bleibt das Hauptproblem die Inflation.

„Das Ganze überrascht etwas mit Blick auf den Ölpreis, der zuletzt wieder rückläufig gewesen ist“, sagt Markus Bußler. Vor allem die Energiepreise haben maßgeblich für den Anstieg der Infaltion beigetragen. Doch der Anleihemarkt hat mittlerweile ein Eigenleben entwickelt. Die Renditen springen bei praktisch allen Laufzeiten auf ein Niveau, das man seit Anfang des Jahrhunderts nicht mehr gesehen hat. Das wird auch für die USA zum Problem – wenngleich nicht über Nacht. Schon jetzt betragen die Zinsaufwendungen rund eine Billion Dollar pro Jahr. Liegt der durchschnittliche Zins ein Prozent höher, sind das weitere rund 300 Milliarden Dollar pro Jahr. „Das dürfte einer der Hauptgründe sein, weshalb der politische Druck auf die US-Notenbank zunehmen wird.“

Im Rahmen der Einzelaktien geht es dieses Mal um ein Übernahmeangebot von Gold Fields für den größten australischen Goldproduzenten Northern Star. Dieses Angebot kam erst durch Medienberichte an die Öffentlichkeit. Der Druck auf das Board von Northern Star wächst nun, da die Aktie weiter unter dem Preis des Übernahmeangebots notiert. Doch Gold Fields erwägt ein verbessertes Angebot vorzulegen und auch ein anderes Unternehmen soll Interesse haben: Agnico Eagle. „Dieses Gerücht hält sich nun schon seit Monaten“, sagt Markus Bußler. Zwar habe Agnico kein Angebot vorgelegt, aber aus strategischer Sicht würde es für Agnico sinnvoll sein, die Präsenz in Australien auszubauen. Derzeit hat Agnico mit Fosterville nur eine produzierende Mine in Australien.

„Der Edelmetallsektor leidet aktuell“, sagt Markus Bußler. Doch die Zinsen dürften nicht lange auf dem Niveau verharren – für die USA könnte das zum Problem werden. Und letztlich dürfte der US-Dollar gegen den Goldpreis abwerten. „Für mich bahnt sich eine ähnlich gute Einstiegschance wie im Juli an.“ 

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