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26.07.2019 Lars Friedrich

Tesla: Rekord-Tief im vergessenen Geschäft

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Tesla

2,6 Milliarden Dollar ließ sich Tesla die Übernahme von SolarCity vor drei Jahren kosten. Von einer „idealen Verbindung“ und „einzigartigen Kombination“ sprach Tesla-Chef Elon Musk damals. Inzwischen ist es ruhig geworden – und im zweiten Quartal haben die Geschäfte mit Sonnenenergie einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Nur 29 Megawatt installierte SolarCity. Ein weiterer Rückschlag nach dem bisherigen Rekordtief von 47 Megawatt im ersten Quartal 2019. Zu besten Zeiten installierte SolarCity innerhalb von drei Monaten mehr als 200 Megawatt.

Abwärtstrend bei Solar City
Bloomberg/Unternehmensberichte

„Das Solargeschäft verlangt Kapital und Aufmerksamkeit, aber derzeit ist nicht mal klar, wer es leitet“, sagt Joe Osha, Analyst bei JMP Securities. „Tesla wäre ohne das Solargeschäft besser dran. Es ist eine Ablenkung.“

Tesla hatte sich im jüngsten Brief an die Investoren zum Solar-Engagement bekannt, ohne konkret zu werden: „Wir sind dabei, viele Dinge an diesem Geschäft zu verbessern, um voranzukommen.“

Teslas Anteil am US-Solarmarkt ist gesunken. Haustürgeschäfte wurden eingestellt und Solaranlagen nicht mehr via Home Depot vermarket. Inzwischen werden Standard-Anlagen statt Maßanfertigungen übers Internet verkauft.

Im Bereich „Energie und Speicher“ setzte Tesla im zweiten Quartal 368,2 Millionen Dollar um. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 374,4 Millionen. Der Gesamtumsatz im Q2 lag bei mehr als sechs Milliarden Dollar.

2019 werde „das Jahr des Solardachs“ hatte Musk noch im März verkündet. Kein Wort dazu im Q2-Bericht.

Tesla-Aktionäre klagten

Musk hatte SolarCity 2006 mit seinen Cousins gegründet. Mit der Übernahme zehn Jahre später bürdete sich Tesla auch zusätzliche Milliarden Schulden auf. Bloomberg zufolge beträgt der SolarCity-Anteil an Teslas Gesamtschulden etwa ein Drittel.

Im April 2018 wurde eine Klage von Tesla-Aktionären zugelassen, die in der Übernahme einen Interessenkonflikt sehen.

Tesla (WKN: A1CX3T)

Da Tesla seine Umsätze hauptsächlich im Auto-Geschäft erzielt, ist es verschmerzbar, dass das Solargeschäft ein Schattendasein fristet. Allerdings zeigt sich einmal mehr: Musk kündigt viel an und wird dann von der Realität eingeholt. Die jüngsten Zahlen enttäuschten viele Anleger. Tesla-Bulle Alfred Maydorn bleibt trotzdem optimistisch (siehe Video vom Donnerstag). Die Unterstützungszone des kurzfristigen Aufwärtstrends wurde am Tag nach den Zahlen nicht verletzt. Wer weiterhin an Elon Musk glaubt und schon immer Tesla-Aktien (nach-)kaufen wollte, dem bietet sich derzeit zumindest nicht die schlechteste Gelegenheit.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

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