7 Chancen auf 111 Prozent
21.09.2020 Michael Schröder

Grenke: Neuigkeiten aus Baden-Baden - Aktie bleibt volatil

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Grenke

Eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen des Hedgefonds-Investors Fraser Perring hat die Grenke-Aktie bisher nicht wirklich beruhigen können. Zum Wochenstart legt die Gesellschaft nach: Grenke beauftragt unter anderem die unabhängige Prüfung der Franchise-Übernahmen und prüft mögliche Integration des Franchise-Systems in den Konzern. Die Aktie bleibt volatil.

Nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von Viceroy Research wies Grenke Ende der Woche alle Vorwürfe zurück und wehrte sich auch gegen einen Vergleich mit dem Zahlungsabwickler Wirecard. „Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet", so Vorstandschefin Antje Leminsky.

Heute früh folgte aus Baden-Baden eine weitere Mitteilung, in der Grenke die nächsten Schritte ankündigt:

1. Eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wird beauftragt, die Marktüblichkeit der Franchise-Übernahmen der Vergangenheit und deren Vorteilhaftigkeit für die Grenke AG zu überprüfen.

2. Grenke prüft eine Integration des Franchise-Systems in den Konzern. Wolfgang Grenke bietet der Grenke AG die Übernahme der von der CTP gehaltenen Beteiligungen an den Franchisegesellschaften zur Übernahme an.

3. Wolfgang Grenke, Unternehmensgründer und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Grenke AG, wird sein Aufsichtsratsmandat vorerst ruhen lassen.

4. Die Familie Grenke bekennt sich dazu, ihr Aktienpaket von 40,84 Prozent langfristig zu halten.

Grenke (WKN: A161N3)

Die Aktie steht auch nach der nächsten Grenke-Ankündigung unter Druck. Man darf gespannt sein, welche Reaktion von Perring kommt. Zudem stehen noch frische Analysten-Einschätzungen nach dem Analysten-Call vom Freitag aus. Die Aktie dürfte sich vorerst entsprechend volatil zeigen. Die Vergangenheit zeigt: Selbst wenn an Vorwürfen nichts dran ist, dauert es in der Regel sehr lange, bis das Anlegervertrauen in ein attackiertes Unternehmen zurückkehrt.