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06.08.2020 Thomas Gebert

Thomas Gebert Kolumne: Die Gold-DAX-Strategie

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Gold

Im Sommer 2017 habe ich im Börsenbrief eine Strategie vorgestellt, die ich noch einmal kurz erläutern möchte – die Gold-DAX-Strategie. Sie wechselt im achtjährigen Rhythmus von Aktien in Gold und wieder zurück in Aktien. Zu Beginn des Jahres 1994 waren die Aktien an der Reihe. Zum Jahresstart 2002 wurden die Aktien verkauft und Gold dafür gekauft.

Acht Jahre später, 2010, wurde wieder in Aktion umgeschichtet. Die letzte Transaktion fand zu Beginn des Jahres 2018 statt. Ab dem Zeitpunkt war nach der Regel wieder Gold zu bevorzugen.


Wie die Grafik zeigt, hat sich mit dem Wechsel alle acht Jahre das Depot verachtundzwanzigfacht, während der DAX und Gold selbst jeweils nur etwa eine Verfünffachung hinbekommen haben. Der Umstieg zu Beginn des Jahres 2018 hat sich ebenfalls ausgezahlt. Während die Aktien etwa plus minus Null seit Jahresanfang 2018 notieren, konnte Gold etwa 48 Prozent zulegen.


16-jähriger Dollar-Zyklus

Diese Strategie beruht auf dem 16-jährigen Dollar-Zyklus. Alle 16 Jahre markiert der US-Dollar gegen die deutsche Währung einen Gipfel. In der nächsten Grafik habe ich einmal den Dollar gegen die alte D-Mark beziehungsweise den in D-Mark umgerechneten Euro seit 1969 aufgetragen.

In den Jahren des steigenden Dollar konnten die Aktien glänzen. Von 1980 bis 1985 erlebten wir zum Beispiel eine Jahrhundert-Hausse. Auch von 1994 bis 2002 ging es mit den Aktienkursen sehr deutlich nach oben. In den Jahren eines fallenden Dollar konnte dagegen vor allem das gelbe Edelmetall glänzen.


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Investitionszyklus der Emerging Markets

Dieser Dollar-Rhythmus beruht auf dem Investitionszyklus der aufstrebenden Länder. Eine Firma in Indien beispielsweise, die ihr Geschäft erweitern will und dafür Kapital braucht, kann dafür keine Rupien-Anleihen an den Markt bringen, weil niemand Rupien-Anleihen kauft. Sie entscheidet sich für eine Dollar-Anleihe und tauscht die geliehenen Dollar in Rupien um, damit sie Baumaterial und Arbeitskräfte im Land bezahlen kann.

Diese Kreditaufnahme führt also zu einem Angebot an Dollar, da die Dollar in Rupien getauscht werden. Die Laufzeit dieser Anleihen beträgt in der Regel fünf oder zehn Jahre, im Mittel etwa acht Jahre. Nach acht Jahren, wenn das Geld zurückgezahlt werden muss, muss die indische Firma mit ihren Rupien Dollar kaufen. Acht Jahre nach einem Dollar-Angebot folgt also eine Dollar-Nachfrage. Die nächste Grafik zeigt diesen Zusammenhang:


In dunkelblau ist auf der linken Achse das Kreditwachstum der sich entwickelnden Länder aufgetragen und in hellblau der auf den Kopf gestellte Dollar-Index (oben im Bild bedeutet also Dollarschwäche und unten Dollarstärke, deswegen läuft die rechte y-Achse auch von 130 bis 95). So ergibt sich aus den Kapitalflüssen der Dollar-Zyklus, der die Kapitalmärkte regiert.

Nun ging es in den Dollar-Abschwungphasen nicht nur mit dem Gold nach oben und auch in den Dollar-Anstiegsphasen kam es zwischenzeitlich zu Aktienkurs-Rückgängen, aber per Saldo war es wesentlich besser in den ersten acht Jahren des Zyklus auf Aktien zu setzen und im zweiten auf Gold. Der nächste Wechsel der Anlagepräferenz findet im Januar 2026 statt. Dann sollte von Gold wieder in Aktien umgeschichtet werden.


Foto: Börsenmedien AG

Behandelte Werte

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