Zwei Wochen nach dem Start von Muse holt Meta den ersten großen Reisekonzern offiziell an Bord. Für Expedia ist das die Antwort auf die Frage, die die ganze Branche umtreibt: Wer bucht künftig – der Mensch oder sein Agent?
„Wir bei Expedia lieben es, Reisen zu planen. Bald wird das auch Ihr persönlicher KI-Agent tun.“ Mit diesen Worten hat Expedia am Dienstagabend auf X angekündigt, Teil von Muse zu werden, dem persönlichen KI-Agenten von Meta. Nutzer sollen Muse nur noch sagen, wohin die Reise geht, der Agent organisiert dann gemeinsam mit Expedia die Hotels „und alles dazwischen“. Konditionen, technische Details oder einen Starttermin nennt der Konzern bislang nicht.
Expedia: Aus dem Gast wird ein Partner
Seit dem Start am 8. September buchte Muse Hotels, indem der Agent die Websites von Expedia und Hotels.com wie ein menschlicher Kunde durchklickte – ohne Vertrag und ohne Datenschnittstelle. Jetzt wird aus dem ungebetenen Besucher offenbar ein Vertriebskanal. Die Reichweite ist enorm: Metas Plattformen erreichen täglich gut dreieinhalb Milliarden Menschen, Muse selbst kam in knapp zwei Wochen auf mehr als zweieinhalb Millionen Downloads.
Amazon wählt den Gegenweg und hat Muse am Wochenende von seinem Marktplatz ausgesperrt. Expedia setzt dagegen darauf, im Agenten-Zeitalter die Buchungsmaschine hinter den Kulissen zu sein. Der Haken: Wer über einen Agenten bucht, sieht die Marke Expedia kaum noch. Kundenbeziehung, Werbeflächen und Zusatzverkäufe wandern zu Meta. Wie es auch geht, zeigt TUI: Der Hannoveraner Konzern verkauft Hotels und Ausflüge seit April direkt in ChatGPT – als Anbieter mit eigenen Hotels, Flugzeugen und Schiffen statt als Vermittler.
Die Aktie von Expedia notierte am Dienstagabend bei rund 280 Dollar. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 342 Dollar fehlen rund 22 Prozent. Die 200-Tage-Linie bietet die erste Unterstützung bei rund 260 Dollar. Im Agenten-Zeitalter entscheidet am Ende eine Frage: Wem gehört das Produkt, das der Agent bucht? Hier hat TUI die Nase klar vorne.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung zur TUI-Aktie fest: Das Unternehmen schlägt sich auch in einem anhaltend komplizierten Marktumfeld sehr wacker und bleibt trotzdem profitabel. Der Stoppkurs sollte bei 6,25 Euro belassen werden.
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