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26.07.2016 Jochen Kauper

US-Gericht genehmigt Milliardenvergleich mit Volkswagen: Was bedeutet das für die VW-Aktie?

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Volkswagen

Volkswagen hat im Mammut-Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte vorerst grünes Licht vom zuständigen Gericht für einen Milliarden-Vergleich mit US-Klägern erhalten. Richter Charles Breyer, bei dem Hunderte US-Zivilklagen gebündelt sind, gab seine vorläufige Zustimmung zu dem geplanten Kompromiss.

Der Wolfsburger Autobauer hatte sich mit Kunden und US-Behörden auf einen Vergleich von bis zu 14,7 Milliarden Dollar geeinigt. Es handele sich um eine faire und angemessene Lösung, befand Richter Breyer bei einer Gerichtsanhörung in San Francisco.

Mit der Zahlung sollen die Zivilklagen in den USA beigelegt werden, ohne dass es zum Prozess kommt. Der Kompromiss umfasst zunächst etwa 480.000 vom Abgas-Skandal betroffene Dieselwagen des VW-Konzerns mit 2,0-Litermotoren.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich erleichtert über die Zustimmung des zuständigen Gerichts zum Vergleich mit US-Klägern geäußert. Mit der vorläufigen Zustimmung von US-Richter Charles Breyer sei „ein weiterer Meilenstein in der Aufarbeitung von Diesel-Gate erreicht“, sagte der Konzern-Aufsichtsrat. „Jetzt hoffen wir, dass möglichst viele der klagenden Kunden in den USA den Vergleich annehmen werden.“ Das Land Niedersachsen ist der zweitgrößte VW-Aktionär.

Ist der US-Vergleich der Schlussstrich für VW im Abgas-Skandal? Nein! Gerade in der vergangenen Woche haben die Generalstaatsanwälte mehrerer US-Bundesstaaten neue Klagen gegen den Konzern eingereicht. Außerdem steht weiterhin eine Einigung für die rund 85.000 Dieselautos in den USA mit größeren Drei-Liter-Motoren aus, die mit verbotener Software ausgestattet sind. Einen Rückrufplan des Konzerns hatten die Behörden Mitte Juli noch krachend abgelehnt. Die Chefin des kalifornischen Umweltamtes, Mary Nichols, äußerte sich jedoch zuletzt in einem Interview mit dem Handelsblatt optimistisch: "Wir glauben, dass Volkswagen die meisten Autos reparieren kann. Aber wir müssen die Details dazu noch erarbeiten."

Darüber hinaus laufen wegen möglicher krimineller Vergehen im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal auch noch strafrechtliche Ermittlungen gegen VW. Die vom Konzern beauftragte Kanzlei Jones Day liefert unter anderem Ergebnisse an das US-Justizministerium. Auch das FBI ist in die Ermittlungen eingebunden.

Dennoch: Die VW-Aktie hat sich in den letzten Wochen – allen voran nach dem BREXIT – wieder aufgerappelt. Von rund 105 Euro ging es bis auf 125 Euro nach oben. DER AKTIONÄR bleibt dabei: Das Schlimmste im Abgas-Skandal sollte eingepreist sein. Auf Sicht von zwölf bis 24 Monaten ergibt sich nach wie vor ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis. Rücksetzer sind Kaufchancen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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