31.03.2020 Thomas Bergmann

Munich Re: Zwei bittere Pillen für alle Aktionäre

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Munich Re

Der Rückversicherer Munich Re hat wegen der Corona-Krise seinen laufenden Aktienrückkauf bis auf Weiteres gestoppt und auch seine Jahresprognose gestrichen. Im ersten Quartal bereits sorgten vor allem der Ausfall und die Verschiebung von Großveranstaltungen für hohe Schäden in der Schaden- und Unfallrückversicherung, wie der Konzern am Dienstagabend in München mitteilte. Ein Trostpflaster gibt es für die Aktionäre.

Von Januar bis März rechnet das Unternehmen nur noch mit einem Gewinn in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch 633 Millionen Euro verdient. Das Gewinnziel von 2,8 Milliarden Euro im Gesamtjahr wird die Munich Re aus heutiger Sicht verfehlen.

Das im Februar 2020 angekündigte Aktienrückkaufprogramm 2020/2021 wird bis auf Weiteres ausgesetzt, bis mehr Klarheit darüber besteht, wie viel der Konzern an Belastungen zu tragen hat und wie viel Kapital das Unternehmen womöglich für Investitionen oder Zukäufe braucht. 

Munich Re (WKN: 843002)

Anders als viele andere Konzerne wird man die Dividende aber nicht streichen. Auf der Hauptversammlung am 29. April – so sie denn stattfinden wird – soll den Aktionären unverändert eine Ausschüttung von 9,80 Euro pro Aktie vorgeschlagen werden.  Beruhigend auch: Die Solvenzquote, die die Finanzkraft des Rückversicherers angibt, liege derzeit "komfortabel" im angestrebten Korridor von 175 bis 220 Prozent der Anforderung - auch nach den Schäden und den Turbulenzen an den Kapitalmärkten.

Diese Nachricht müssen die Anleger erst einmal verkraften. Allerdings dürften viele schon damit gerechnet haben, dass es schwierig werden würde, die Jahresziele zu erreichen. Positiv ist die Beibehaltung der Dividende – das sollte die meisten Aktionäre bei der Stange halten. Auf lange Sicht bleibt der Rückversicherer ein Basisinvestment.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Munich Re.