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19.11.2013 Florian Söllner

Milliarden-Schreck fix: Deutsche Bank relaxt

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Deutsche Bank

Die Finanzbranche leidet immer noch an den Folgen der Finanzkrise. Nach wochenlangem Hickhack scheint der 13 Milliarden Dollar schwere Vergleich zwischen JPMorgan Chase und dem US-Justizministerium wegen umstrittener Hypothekengeschäfte zu stehen. Die Justiz wirft der größten US-Bank vor, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen haben. Dafür soll JPMorgan Chase nun zahlen.

Der Vergleich könnte schon an diesem Dienstag verkündet werden, schrieb das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Personen. Bankchef Jamie Dimon war Ende September persönlich nach Washington gereist, um mit Justizminister Eric Holder zu sprechen. Bislang konnte sich JPMorgan Chase aber nur auf einen Teilvergleich über 5,1 Milliarden Dollar einigen - dabei ging es um Geschäfte mit den zwei staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac.

Deutsche Bank

Die Deutsche-Bank-Aktie zeigt sich davon unbeeindruckt und verliert am Dienstag nur leicht. Schließlich war die Strafzahlung des Konkurrenten JPMorgan schon im Oktober durchgesickert. Die Höhe der Strafe sei ein negatives Zeichen für die Deutsche Bank, kommentierte bereits vor wenigen Wochen ein Händler. Die von dem deutschen Finanzkonzern für ähnliche Rechtsstreitigkeiten gebildeten Rückstellungen könnten zu niedrig sein.

Doch die Kosten für Rechtstreitigkeiten können die Aktionäre der Deutschen Bank nicht mehr schrecken – viel ist bereits im Kurs eingepreist. Das hatte sich erst Anfang November gezeigt, als das Papier trotz hoher Geldstrafe im Libor-Skandal gestiegen war.

Geduld gefragt

Derzeit gibt es 24 Kaufempfehlungen für die Aktie, für sieben ist die Aktie ein Verkauf. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert bei 47 Euro. Anleger müssen aber wohl weiterhin Geduld haben. Schub sollte die Aktie erhalten, wenn einer der zahlreichen Rechtsstreits positiv für die Bank ausgeht. Die Bank hat vier Milliarden Euro zurückgelegt. Mutige Anleger mit einem langen Atem nutzen das günstige Niveau und setzen den Stopp bei 29 Euro.

Mit Material von dpa-AFX

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