12.09.2019 Thorsten Küfner

Gazprom, Shell, BP & Co: Das klingt beängstigend …

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Gazprom
Trendthema

Die Internationale Energieagentur IEA sieht auf den Ölmarkt im kommenden Jahr einen gewaltigen Angebotsüberschuss zukommen. Infolge einer stark steigenden Produktion außerhalb der Opec-Staaten werde die Nachfrage nach Rohöl des Ölkartells deutlich zurückgehen.

Konkret werde die Nachfrage nach Opec-Öl im ersten Halbjahr 2020 1,4 Millionen Barrel je Tag unter der Produktion der Opec-Länder im August liegen. Die steigende Produktion gehe vor allem auf Länder außerhalb der Opec zurück, darunter die USA. Dies werde dazu führen, dass sich die in den vergangenen Monaten rückläufigen Lagerbestände wieder auffüllten. Insbesondere in den USA ist die Ölförderung in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Dies ist eine Folge des dortigen Schieferölbooms.

Die Analyse der IEA setzt nicht nur das Ölkartel Opec unter Druck, sondern auch mit ihm verbündete Staaten wie Russland. Gemeinsam bilden sie die Vereinigung "Opec+". Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Weltmarktpreise für Erdöl mit einer knappen Förderung hoch zu halten.

Die Staaten der "Opec+" müssten sich auf eine steigende Produktion außerhalb ihres Gebiets einstellen, warnte die IEA. Der damit einhergehende Angebotsüberhang dürfte Druck auf die Rohölpreise ausüben, prognostiziert die Agentur. Bislang hat die "Opec+" keine zusätzliche Produktionskürzung signalisiert. Dies könnte aber notwendig werden, falls die Prognose der IEA eintritt und die Rohölpreise wieder fallen.

BP (WKN: 850517)

Das Marktumfeld für die vom Ölpreis abhängigen Energiekonzerne bleibt rau. Grund zur Panik besteht jedoch nicht. Die dividendenstarken Aktien von BP und Shell bleiben für langfristig orientierte Anleger unverändert attraktiv. Bei den aktuellen Kursen dürften die wenig berauschenden Prognosen der IEA bereits in den Kursen eingepreist sein. 

Bei der Aktie von Gazprom läuft es ohnehin nach wie vor rund.

(Mit Material von dpa-AFX)

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Shell.

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