Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
27.07.2017 Florian Söllner

Exklusiv: Das Genie hinter Facebook und Amazon: Audi ist bei Künstlicher Intelligenz besser als Tesla

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Mark Zuckerberg freut sich auf neue Mitarbeiter: Roboter mit Künstlicher Intelligenz, die Millionen Bilder und Texte verstehen und entscheiden, welche Produkte bei welchen Kunden am besten beworben werden. Die KI nur ein harmloser Gewinntreiber? Elon Musk ist entsetzt: Zuckerberg habe ein „begrenztes Verständnis“, was KI angehe, Roboter könnten eines Tages Menschen töten. Ist der Facebook-Chef zu naiv, seine eigenen Roboter zu verstehen? Wer hat beim Thema KI den größten Durchblick? Elon Musk? Mark Zuckerberg? Nein – Prof. Sepp Hochreiter. Er ist der Mann, der quasi den Quellcode für die künstlichen Gehirne bei Google, Apple, Facebook und Nuance geschrieben hat. Auf Basis des von ihm erfundenen Long Short-Term Memory (LSTM) werden Krankheiten bekämpft, Roboterautos sicherer und Smartphones cleverer. Die geniale Spracherkennung von Amazon Alexa oder Google basiert darauf.

Im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärt Prof. Sepp Hochreiter: „KIs werden nicht böse werden und die Menschen jagen oder versklaven. Filme wie Terminator sind unlogisch, wieso sollten sich KIs um die Menschen kümmern, wenn sie im Weltraum und hier viel mehr Energie und Rohstoffe finden können. KI benötigt nicht die gleichen Ressourcen wie der Mensch, hier entsteht kein Konflikt, denn Maschinen essen und atmen nicht.“

DER AKTIONÄR: Viele Kunden und Firmen profitieren bereits von den gigantischen Vorteilen der Künstlichen Intelligenz. Sie beraten etwa Audi bei der Entwicklung des Roboterautos – das Ziel ist klar: Das Auto erkennt schneller als jeder Mensch Gefahren und rettet Leben.

Hochreiter: Was wir mit Audi entwickeln, auf Basis von LSTM, kann kein Tesla. Tesla scannt etwa nur einen Baum am Straßenrand. Doch wir forschen mit LSTM daran, dass Sequenzen und Situationen erkannt werden – in welche Richtung läuft das Kind, biegt der Radfahrer vor mir ab oder oder fährt er geradeaus weiter? Wir analysieren hier Video-Frames hintereinander und haben damit viel mehr Informationen als in bisherigen Techniken. Hier sind wir viel besser als viele andere Gruppen.

Gemeinhin wird angenommen, Tesla habe hier eine führende Rolle eingenommen ...

Tesla hat noch sehr viel rudimentäre, alte Technik – aber setzt sie schneller und aggressiver ein. Audi ist wegen Sicherheitsbestimmungen viel vorsichtiger. Tesla darf in den USA mit Sachen auf die Straßen, die in Europa nicht zugelassen würden.

Lesen Sie das komplette Interview mit Prof. Sepp Hochreiter und wie er das KI-Know-how von Firmen wie Facebook, Amazon, Nuance einschätzt in der AKTIONÄR-Ausgabe 31/2017.

Buchtipp: The Four

Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

Autoren: Galloway, Scott
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-682-0