30.01.2012 Thomas Bergmann

Commerzbank: Griechenland als Spaßbremse?

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DAX
Trendthema

Der deutsche Aktienindex startet heute schwächer in den Handelstag. Der Grund: Deutschland und andere EU-Staaten wollen einem zweiten Hilfspaket für Griechenland nicht zustimmen. Ist der Commerzbank-Aufschwung jetzt vorbei?

Die EU-Staaten haben sich am Wochenende nicht auf ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland einigen können. Deutschland fordert einen Aufseher über die griechischen Staatsfinanzen, was andere strikt ablehnen. Die Entscheidung über die Privatsektorbeteiligung beim EU-Gipfel am heutigen Montag könnte sich vertagen.

Griechenlandkrise als Spaßbremse

Die Commerzbank-Aktie hatte bereits vor dem Wochenende den Rückzug angetreten. Kein Wunder, war der Kurs im Vorfeld von 1,20 auf 2,00 Euro regelrecht explodiert. Der Streit in Brüssel über Griechenland dürfte am Montag ebenfalls auf das Gemüt der Börsianer schlagen und die Konsolidierung fortsetzen lassen.

Charttechnisch betrachtet trifft die Commerzbank-Aktie bei 1,80 Euro auf eine horizontale Unterstützung. Sollte dieses Niveau nicht halten, wäre der Bereich um 1,60 Euro die nächste Zielzone. Hier läge neben einer waagrechten Unterstützung auch das 50%-Fibonacci-Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung.

Überraschung einkalkulieren

Für den positiven Fall einer Einigung beim heutigen EU-Gipfel könnte das Momentum aber sehr schnell wieder zu Gunsten der Commerzbank drehen. Dann sind Kurse von über zwei Euro mehr als wahrscheinlich.

Ein Sprung über diese Marke hätte auch ein weiteres Kaufsignal zur Folge. Anschließend hätte die Aktie Luft bis 2,60 Euro. Fundamental ist die Commerzbank ohnehin noch recht günstig: Trotz der zuletzt starken Performance weist der Konzern ein 2012er-KGV von 7 und ein KBV von 0,4 auf.

Neue Kaufchance?

Der Wochenauftakt dürfte für die Commerzbank gründlich ins Wasser fallen. Allerdings tut diese Erholung dem weiteren Verlauf auch gut, war die Aktie zuletzt doch deutlich überkauft. Optimal wäre ein Rücksetzer in den Bereich von 1,60 Euro. Eine überraschende Einigung im Griechenland-Streit könnte aber schon vorzeitig zu einem Sprung über die 2-Euro-Marke führen. Trader platzieren ein Limit bei 1,80 Euro.