ams Osram hat zum Wochenstart eine neue Dünnschicht-microVCSEL-Plattform für die optische Datenübertragung in KI-Rechenzentren vorgestellt. Bei den Anlegern kommt dies gut an. Für die Aktie des österreichischen Halbleiterherstellers geht es daher am Montag zweistellig nach oben.
Mit der steigenden Zahl von KI-Servern wächst nicht nur der Bedarf an Rechenleistung. Auch die Datenübertragung zwischen Prozessoren und Speichern muss effizienter werden. Genau hier setzt ams Osram mit einer „Wide-and-Slow“-Architektur an. Die nun vorgestellte Technologie erreicht 32 Gbit/s bei einer Energieeffizienz von rund 0,25 pJ/Bit. Die Daten werden dabei auf viele optische Kanäle mit moderater Geschwindigkeit verteilt, statt wenige Verbindungen mit extrem hohen Datenraten zu nutzen.
Die neue Plattform arbeitet im 850-Nanometer-Wellenlängenbereich. Sie kombiniert adressierbare microVCSEL-Arrays mit einem Pitch von 25 Mikrometern und Silizium-TSV-Substraten. In Belastungstests traten nach mehr als 2.000 Stunden bei erhöhter Temperatur und Strombelastung keine Ausfälle auf.
„KI-Infrastrukturen erfordern einen grundlegend neuen Ansatz bei der Datenübertragung. Optische ‚Wide-and-Slow‘-Architekturen ermöglichen erhebliche Fortschritte bei Energieeffizienz, Latenz und Skalierbarkeit. Als Anbieter integrierter elektrooptischer Engines sehen wir es als unsere Aufgabe, ein Ökosystem aufzubauen, das eine skalierbare Industrielösung ermöglicht. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit BizLink, um die Entwicklung entsprechender Faser-Konnektivitätslösungen voranzutreiben“, sagte Ashkan Seyedi, Vice President und General Manager Optical Interconnects bei ams OSRAM.
Gemeinsam mit BizLink arbeitet ams OSRAM an einem Demonstrator, der die microVCSEL-Arrays mit einer Multicore-Faserlösung verbindet. Dieser wird seit heute auf der ECOC 2026 in Málaga gezeigt. Zudem entwickelt der Konzern integrierte 3D-Photonik-Stacks mit microVCSELs, Mikro-Photodioden und CMOS-Elektronik weiter.
Für Anleger bleibt entscheidend: Die technischen Nachweise sind ein Fortschritt, belegen aber noch keine Serienproduktion. Einen konkreten Starttermin, Kundenaufträge oder erwartete Umsatz- und Ergebnisbeiträge nennt ams OSRAM nicht. Abzuwarten bleibt vorerst, wie die Gespräche mit Kunden und Partnern auf der ECOC 2026 laufen.
Seit der Empfehlung in Ausgabe 29/26 hat die Aktie um 15 Prozent zugelegt. Der Kursanstieg ist angesichts der Fortschritte bei Digital Photonics nachvollziehbar. Auch wenn die Monetarisierung der KI-Technologie noch aussteht, bleibt ams OSRAM ein Kauf.
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