Commerzbank
- Stefan Limmer - Redakteur

Krim-Krise löst Kursrutsch aus: Was passiert mit Commerzbank, Gazprom, DAX, Gold und dem Ölpreis?

Die Krise auf der Krim hat die Investoren weltweit schockiert und die Angst der Anleger vor einer weiteren Eskalation geschürt. Am Montag gingen die die Börsen weltweit auf Talfahrt. Am stärksten fielen die Verluste in Russland aus. Der Aktienmarkt in Moskau verlor zeitweise mehr als zehn Prozent. Der russische Rubel sank zum amerikanischen Dollar auf ein Rekordtief. Auch der deutsche Leitindex DAX verlor deutlich.Die Anleger flüchten aus Furcht vor einer Zuspitzung der Lage in der Ukraine in „sichere Häfen“ bei Währungen, Staatsanleihen und Edelmetallen.

Die Risikoaufschläge für Rohöl erhöhten sich deutlich - Russland ist ein weltweit bedeutender Ölexporteur. Die großen russischen Öl-und Gasproduzenten profitieren davon jedoch nicht. An der russischen Börse sackten Gazprom-Aktien um mehr als 12 Prozent ab. Erst jüngst wurde bekannt, dass der russische Staatskonzern seinen Anteil am europäischen Gasmarkt mittlerweile auf einen Rekordwert von mehr als 30 Prozent gesteigert hatte. Die aktuelle Krise untermauert die Einschätzung, dass sich Europa in der Energieversorgung um andere Quellen bemühen muss, sagte ein Händler.

Am deutschen Aktienmarkt gerieten Unternehmen mit einem starken Engagement in Russland erheblich unter Druck. Unter den größten deutschen Börsenkonzernen zählte Adidas im politisch dominierten Handel zu den größten Verlierern. Für den Sportartikelhersteller ist Russland einer der wichtigsten Einzelmärkte. STADA Arzneimittel und C.A.T. Oil konnten sich ebenso wenig dem Abverkauf entziehen wie Metro. Die MDAX-Aktie verlor am Montag zeitweise knapp sieben Prozent. Der Handelsriese will sein russisches Großmarktgeschäft möglichst noch im ersten Halbjahr an die Börse bringen.

Auch vor den Finanztiteln macht die Krise nicht Halt. Während die Aktien von Allianz, Munich Re und Deutsche Bank etwas geringere Verluste als der DAX verbuchen, zählt die Commerzbank mit einem Abschlag von drei Prozent zu den größten Verlierern.

Anleger suchten aus Sorge vor einer drohenden Eskalation zwischen Russland und der Ukraine verstärkt sichere Anlagen auf. Am Devisenmarkt legte der japanische Yen zu. Er wird von Marktteilnehmern in krisenhaften Situationen vermehrt als sicherer Hafen gesehen. Auch Gold und Silber ist im Handelsverlauf gefragt. In der Spitze stieg Gold auf 1.350 Dollar je Feinunze – soviel wurde zuletzt Ende Oktober bezahlt. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis bereits um etwa zwölf Prozent gestiegen, nachdem er im vergangenen Jahr zeitweise auf bis zu 1.180 Dollar abgerutscht war. Auch deutsche Staatsanleihen, die als Hort der Sicherheit gelten, wurden stärker nachgefragt.

(Mit Material von dpa-AFX)

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