Der DAX zeigt sich zum Handelsstart zwar stabil, kann die runde Marke von 25.000 Punkten aber nicht dauerhaft behaupten. Mit 24.992 Punkten notiert der Leitindex am Mittag hauchdünn darunter und damit in einer Phase abwartender Zurückhaltung.
Belastend wirken vor allem die deutlich gedämpften Zinserwartungen in den USA nach der ersten Pressekonferenz von Kevin Wash an der Spitze der Federal Reserve. Der Markt hatte auf stärkere Signale in Richtung Zinssenkung gehofft, stattdessen stellte Wash die anhaltende Inflationssorge in den Vordergrund. Zusätzlich bremst der Feiertag in den USA am Donnerstag die Fantasie, sodass sich die Anleger vorerst nicht aus der Deckung wagen.
Im Fokus steht heute erneut die Autoindustrie. Nach der Prognosekappung bei BMW gerät die gesamte Branche unter Druck, auch Mercedes-Benz und Daimler geben spürbar nach. Zwischenzeitlich lagen die Verluste bei BMW und Daimler bei jeweils mehr als 5 Prozent. Als Belastungsfaktoren bleiben der Nahostkonflikt und die starke Konkurrenz aus China im Spiel. Eine nachhaltige Gegenbewegung ist bislang nicht in Sicht, die Stimmung bleibt ausgesprochen vorsichtig.
Auf der Gewinnerseite sorgt Siemens Energy für Dynamik. Die Aktie legt mehr als 5 Prozent zu, getragen von der Fantasie rund um die steigende Energienachfrage durch den KI-Boom in den USA und Spekulationen über eine mögliche Abspaltung des Kompressoren- und Dampfturbinen-Geschäfts. Auch Infineon profitiert und notiert wieder über 80 Euro. Ein Tweet von Donald Trump zu geplanten US-Investitionen bei Intel sowie eine Prognoseanhebung des niederländischen Chipherstellers BE Semiconductor heizen den gesamten Halbleitersektor an. Airbus zieht nach einem positiven Analystenkommentar von Kepler Cheuvreux ebenfalls an.
In den USA setzt sich die Erholung fort. Der Dow Jones hatte zuletzt ein Rekordhoch erreicht, angetrieben vor allem von Technologie und Chips. Intel springt vorbörslich um 8 Prozent, auch Marvell und SanDisk werden mit nach oben gezogen. Daneben rücken Werte wie Carnival und United Airlines in den Fokus, die vom fallenden Ölpreis und dem unter die 200-Tage-Linie gerutschten Ölmarkt profitieren dürften. Besonders spekulativ wird es bei Rumble und Allbirds, wo neue KI-Fantasien für zweistellige Kursgewinne sorgen.
Martin Weiß, stellvertretender Chefredakteur von DER AKTIONÄR, kennt die Indikationen für den heutigen Handelstag.
Johanna Krämer, Korrespondentin an der Börse Frankfurt, gibt außerdem einen Überblick, was die Märkte bewegt.
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