Neustart: Das 100.000 Euro Depot
03.05.2016 Werner Sperber

Verloren hat der Euro – denn er ist die einäugige Währung unter Euro; Pfund, Dollar; Renminbi und Yen

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Die Fachleute von Fuchs Devisen halten die Lage in der Eurozone für leicht verbessert auf moderatem Niveau. Die neuen Probleme in Griechenland würden kaum noch wahrgenommen. Italien und Deutschland präsentierten sich besser, Spanien und Frankreich schwächer. Etwas mehr Marktteilnehmer erwarten nun auch eine Inflation. Allerdings fragen Firmen noch immer zu wenige Kredite nach. Die jeweiligen Landespolitiker müssten deshalb ordnungspolitisch für mehr Wettbewerb sorgen und zudem mehr ausgeben, um der Wirtschaft zu helfen. Auch die Arbeitnehmer sollten mehr verdienen. Immerhin könnten die Schwellenstaaten der europäischen Industrie helfen, deren Aussichten verbessern sich schließlich. Der Euro pendelt damit vorläufig um das aktuelle Niveau.

Damit ist der Euro noch immer die am wenigsten schwache der wichtigenWährung, denn die Fachleute schreiben weiter: Strukturschwächen in Großbritannien und die Risiken eines möglichen Austrittes aus der Europäischen Union haben das Britische Pfund sehr verwundbar gemacht. Der Dollar dürfte kaum stärker werden, denn die US-Notenbanker verhalten sich bei den Zinsen zu zögerlich. Die aktuelle Stärke des Japanischen Yen ist durch die fundamentalen Daten nicht zu rechtfertigen und dürfte deshalb bald beendet sein. Zudem dürfte die Japanische Notenbank noch mehr Yen erfinden, um den Wert der Währung zu drücken. Die Wirtschaft in der Volksrepublik China kann weiter wachsen, allerdings werden diese Wachstumskräfte erst durch noch mehr Reformen wirksam. Die Lage in den Emerging Markets hat sich (noch) nicht verbessert. Die Chancen dafür sind jedoch da, wobei vor allem diejenigen profitieren, die Investitionsgüter ausführen, denn deren Kunden können sich günstig finanzieren.

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