14.11.2015 Maximilian Steppan

VW mit Absatzrückgang – Aktie ohne Reaktion!

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Volkswagen
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Volkswagen muss inmitten des Skandals um manipulierte Dieselmotoren einen weiteren Absatzrückgang hinnehmen. Für Aufatmen bei den Beschäftigten sorgt indes VW-Markenchef Herbert Diess. Die Aktie zeigt sich von den jüngsten Entwicklungen nahezu unbeeindruckt und notiert weiter im Bereich von 100 Euro.

Im Oktober verkaufte der VW-Konzern mit 490.000 Autos weltweit 5,3 Prozent weniger Autos der Kernmarke VW als ein Jahr zuvor. Im weltweit größten Automarkt China legte Europas größter Autobauer hingegen zu und lieferte 1,8 Prozent mehr Autos aus. Auch in Deutschland gab es mit 1,9 Prozent ein Plus. In Europa stand ein Rückgang von 1,1 Prozent zu Buche, in Russland und Südamerika sank der Absatz weiter kräftig. Seit Jahresanfang wurden konzernweit 4,84 Millionen Autos ausgeliefert, rund 4,7 Prozent weniger als 2014.

Kein Stellenabbau, sondern ...

Trotz der immensen Kosten für den Abgasskandal will Volkswagen bei den Stammbeschäftigten keine Jobs abbauen. "Ich sehe keine Bedrohung für die Stammbelegschaft", sagte VW -Markenchef Herbert Diess in Wolfsburg der Deutschen Presse-Agentur in einem Doppelinterview mit Betriebsratschef Bernd Osterloh. Bei den Boni für die Mitarbeiter werde es aber Einbußen geben. Diess sagte zudem, es gebe derzeit keine Hinweise auf weitere Verfehlungen neben den Abgas-Manipulationen und geschönten CO2-Angaben. Osterloh und Diess warnten davor, die gesamte VW-Belegschaft unter Generalverdacht zu stellen. Diess kündigte zudem ein "Paket" für betroffene Kunden in Deutschland an. Für Details aus dem Inhalt sei es aber noch zu früh.

Unsicherheit belastet

Die VW-Aktie ist zuletzt wieder unter die Marke von 100 Euro gefallen. Zwischen 90 und 98 Euro scheint sich aber eine Bodenbildung abzuzeichnen. Was bleibt ist die Unsicherheit rund um die Höhe des Schadens des ganzen Abgas-Skandals. Und die Börse hasst nichts mehr als Unsicherheit. Sicher hat in den letzten Tagen der große Abgabedruck nachgelassen. Große Sprünge sind von der Aktie kurzfristig allerdings nicht zu erwarten.

(Mit Material von dpa-AFX)