06.05.2015 Jochen Kauper

VW-Aktie verliert deutlich – keine Panik!

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DAX
Trendthema

VW wird seine Probleme in den Griff bekommen. Man wisse um die Aufgaben, sagte Vorstand Martin Winterkorn auf der Hauptversammlung am Dienstag. "Und wir haben sie längst angepackt." Dazu zählen die renditeschwache Kernmarke VW rund um die Modelle Golf und Passat, ein fehlendes "Budget Car" als billiges Einstiegsmodell in Schwellenländern und das angeschlagene US-Geschäft. VW wolle dort nun in die Offensive gehen, sagte Winterkorn. "Dafür stehe ich."

Sparkurs

Damit nicht genug: Insgesamt will der Autobauer bei der Kernmarke VW-PKW etwa fünf Milliarden Euro bis 2017 einsparen. Im ersten Quartal hatte das Programm einen Betrag "im niedrigen dreistelligen Millionenbereich" freigelegt.

DZ Bank sagt kaufen

Die DZ Bank jedenfalls glaubt an den Erfolg Winterkorns. Analyst Michael Punzet sieht die Aktie bei 305 Euro als fair bewertet. Das erste Quartal bei dem Autobauer sei besser als gedacht gelaufen und die Ziele seien bestätigt worden, so Punzet. Der Machtkampf bei VW erscheine beendet.

Keine Eile  

Derweil will sich Volkswagen bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Zeit lassen. Man werde "nichts überstürzen", sondern mit Ruhe und Umsicht agieren, sagte Niedersachsens Ministerpräsident und Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) am Dienstag kurz vor Beginn der VW-Hauptversammlung in Hannover vor Journalisten. Weil nannte den Rücktritt Piëchs einen "Einschnitt" in der Geschichte von Volkswagen. Piëch habe sich große Verdienste um den Autobauer erworben. Aktie bleibt aussichtsreich

Der Machtkampf in der Führungsetage von VW hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Aktie im schwachen Marktumfeld der letzten Tage besonders unter Druck kam. Vom Hoch bei 262 Euro hat das Papier immerhin mehr als 14 Prozent eingebüsst. Am Mittwoch kommt noch der Dividendenabschlag hinzu. Nach Beschluss der Hauptversammlung erhalten Aktionäre eine Dividende von 4,80 (zuvor 4,00) Euro je Stammaktie und 4,86 (4,06) je stimmrechtsloser Vorzugsaktie.

Auch dem aktuellen Niveau ist die VW-Aktie wieder für Neukäufe interessant. Bis zum Jahresende bleibt das Kursziel bei 275 Euro.

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