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28.03.2018 Martin Weiß

Trump-Attacke: Amazon-Aktie verliert 4,5 Prozent

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DAX

US-Präsident Donald Trump macht schon lange keinen Hehl daraus, was er vom E-Commerce-Riesen Amazon und dessen Gründer Jeff Bezos hält: nichts. Bislang hatte diese auch öffentlich gezeigte Abneigung keine Folgen für den Kursverlauf der Amazon-Aktien. Bis jetzt.

Wie die US-Website Axios berichtet, sei Donald Trump geradezu besessen von dem Gedanken, Amazon eine reinzuwürgen. Die Seite beruft sich auf fünf Quellen, die mit dem Präsidenten das Thema diskutiert hätten.

Während des Gesprächs habe Trump laut darüber nachgedacht, ob es Wettbewerbs- oder Kartellrechtsregeln gebe, mit denen sich Amazon unter Druck setzen lasse, so Axios. Ein weiteres Gedankenspiel dreht sich um eine veränderte steuerliche Behandlung des Online-Händlers.

Trump stößt es schon lange auf, dass Amazon vermeintlicht zu wenig Steuern zahle. Gleichzeitig sieht er durch den kometenhaften Aufstieg des Tech-Giganten traditionelle Tante-Emma-Läden bedroht. Was den Präsidenten jedoch regelrecht in Rage bringt: Jeff Bezos und die von ihm gekaufte Washington Post, von der er sich ungerecht behandelt fühlt.

Aktie gerät unter Druck

Die Aktie von Amazon zählt seit Monaten zu den Lieblingen an der Wall Street und glänzte zuletzt mit Relativer Stärke. Während der Gesamtmarkt seit Anfang Februar mehrfach kräftig durchgeschüttelt wurde, knickte das Papier nur kurz ein und sprintete dann jeweils auf neue Rekordstände.

Mit der Treue der Amazon-Fans könnte es jetzt aber erst einmal vorbei sein. Das Papier knickt zur Wochenmitte unter dem Eindruck möglicher Strafmaßnahmen auf 1.437 Dollar ein und weitet damit die Verluste vom Vortag (-3,5 Prozent) aus.

Fazit: Die Kursverluste bei anderen Tech-Schwergewichten wie Facebook zeigen, wie nervös die Anleger derzeit sind. Kurzfristig könnte der Druck auf Amazon daher nicht nur anhalten, sondern unter Umständen sogar zunehmen. Langfristig orientierten Anlegern eröffnet ein solches Szenario eine attraktive Zukaufchance.

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