26.12.2018 Thomas Bergmann

Schnelle Performance an der Börse (Teil 4)

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DAX
Trendthema

Das Börsenjahr 2018 ist eines zum Vergessen. Nach sechs Jahren mit steigenden Kursen – der längsten Gewinnserie seit den 1980er-Jahren – macht der DAX in diesem Jahr ein kräftiges Minus. Während die Aktien nur fielen, konnten Trader mit Hebelprodukten an den fallenden Kursen mitverdienen.

DER AKTIONÄR stellt vor diesem Hintergrund noch einmal die wichtigsten Gattungen an Hebelprodukten vor. Ferner gibt es einen Leitfaden für ein sinnvolles Risikomanagement bei Turbo-Optionsscheinen. Heute erfahren Sie, in welchen Phasen welches Hebelprodukt am besten geeignet ist.

Hebelprodukt ist nicht gleich Hebelprodukt. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Laufzeit, dem Knock-out oder in der Preistransparenz. Letztere ist bei den Turbo-Optionsscheinen am höchsten, bei den klassischen am schlechtesten. Faktor-Zertifikate weisen ein hohes Maß an Transparenz auf, jedoch immer nur für einen Tag.

Profiteur der Volatilität

Für Sebastian Bleser von der HVB ist der klassische Optionsschein das beste Instrument zur Depotabsicherung. Zudem kann ein Optionsschein nicht wie ein Turbo-Optionsschein ausgeknockt werden, falls der Markt wider Erwarten stark steigt.

"Optionsscheine eignen sich ferner sehr gut in einem Umfeld mit niedriger Volatilität sowie bei lang laufenden Spekulationen auf sehr starke Kursveränderungen des Basiswerts", so der Experte. Die Ideen dahinter sind klar: Steigt die Nervosität am Aktienmarkt, nimmt der Wert des Optionsscheins zu, ohne dass sich der Basiswert bewegt. Bei Langläufern fallen für den Anleger – anders als bei Knock-outs und Faktor-Zertifikaten – keine Finanzierungskosten an.

Faktor- und K.-o.-Zertifikate für den schnellen Trade

"Knock-outs sind das passende Produkt für die kurz- bis mittelfristige gehebelte Partizipation an steigenden oder fallenden Kursen", rät Bleser. Wegen der gut nachvollziehbaren Preistransparenz seien sie zudem gut geeignet zum Umsetzen von Stoppkursen sowie in einem Umfeld hoher Volatilitäten.

Faktor-Zertifikate sind laut Bleser perfekt für intakte Trends, vor allem für kurzfristigere Bewegungen. Dies liege am konstanten Hebel und dem damit verbundenen Basiseffekt. Langfristig bergen Faktor-Zertifikate hingegen hohe Risiken.

Anleger sollten deshalb also genau abwägen, welche Variante am besten zur eigenen Erwartungshaltung beziehungsweise zu ihrem Chance-Risiko-Profil passt. Auch der eigene Anlegertyp und die Trading-Strategie spielen bei der Wahl eine wichtige Rolle.

Vergleich

Auszug aus Ausgabe 52/18