13.05.2009 Frank Phillipps

Paion: Biotech-Firma zu verschenken

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Trendthema

Paion hat maue Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Doch viel wichtiger ist, dass die Entwicklung neuer Medikamente zügig vorangeht. Diese Erkenntnis ist an der Börse noch nicht angekommen.

Die Zahlen, die Paion für das erste Quartal 2009 vorgelegt hat, enthielten keinerlei Überraschungsmomente. Der Umsatz ging von 1,7 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 0,4 Millionen Euro zurück. Der Verlust erhöhte sich von 1,2 Millionen Euro auf nun 3,3 Millionen Euro. Daran waren vor allem die höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung schuld. Die steigerte das Aachener Biotech-Unternehmen von 1,0 Millionen Euro in den ersten drei Monaten 2008 auf 2,6 Millionen Euro im ersten Jahresviertel 2009.

Geld für die weitere Entwicklung ist ausreichend vorhanden. Zum Ende des ersten Quartals wiesen die Aachener Barmittel von 32,4 Millionen Euro aus. Damit ist Paion nach jetzigem Stand bis Mitte 2011 finanziert.

Forschung läuft

Darüber hinaus berichtete Paion von den Fortschritten in seiner Entwicklungspipeline. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen positive Daten aus einer Phase-I-Studie mit dem Anästhetikum CNS 7056 gemeldet. Weiterführende Studien mit diesem experimentellen Wirkstoff sind bereits im Gange oder in Vorbereitung. CNS 7056 gilt als wichtigstes Medikament in der Pipeline von Paion.

Darüber hinaus erzielte Paion auch Erfolge bei der Weiterentwicklung von CNS 5161, einem Mittel zur Schmerzlinderung. In klinischen Studien der Phase II sei eine Reduzierung der Schmerzen um bis zu 50 Prozent zu beobachten gewesen. Ausnahmen habe es lediglich in der niedrigsten Dosierung gegeben.

Spekulativ kaufen

Von ihrem Tief im März hat sich die Aktie von Paion zwar schon leicht erholt, trotzdem liegt die derzeitige Börsenbewertung mit knapp über 26 Millionen Euro nach wie vor unter dem Cash-Bestand. Die Pipeline gibt es damit quasi gratis dazu. Zusätzlich sorgt ein möglicher Deal mit einem größeren Partner zur Entwicklung und Vermarktung der in der Entwicklung befindlichen Wirkstoffe für Kursfantasie. Sehr risikobereite Anleger legen sich einige Stücke ins Depot und sichern die Position mit einem Stoppkurs bei 0,78 Euro ab. Das Kursziel setzt DER AKTIONÄR bei 1,50 Euro an.