Inflationsangst? Nicht mit diesen Aktien!
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27.02.2014 Maximilian Völkl

Nokia-Aktie: Affront gegen Microsoft – und jetzt?

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Seit Montag präsentiert Nokia auf dem Mobile World Congress in Barcelona gemeinsam mit Konkurrenten wie Samsung oder Facebook Mobilfunk-Neuheiten. Dabei hat das Management kurz vor der endgültigen Übernahme durch Microsoft für Aufsehen gesorgt. Die neuen Nokia-Handys laufen nicht mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone, sondern mit Googles Android.

Auch wenn Stephen Elop, Chef der Nokia-Handysparte, zu beschwichtigen versucht: Zum jetzigen Zeitpunkt ist dies eine sehr gewagte Neuerung. Elop versichert zwar, dass die Geräte der betroffenen X-Reihe die Nutzer aufgrund der vorinstallierten Dienste und angebotenen Apps in die Microsoft-Cloud und nicht in die Google-Cloud bringen werden. Dennoch ist die Aktion für Microsoft alles andere als günstig.

Das Nokia X soll nun zum Kampfpreis von 89 Euro in den Handel kommen. Zwei weitere Geräte der Reihe folgen im zweiten Quartal. Ob die Strategie des Nokia-Managements aufgeht, den Investor Microsoft zu ärgern, muss sich nun zeigen.

NSN-Management überzeugt

Ist der Milliarden-Deal mit Microsoft in Kürze abgeschlossen, übernimmt die Netzwerksparte NSN den wichtigsten Part innerhalb des finnischen Konzerns. Diese macht in Zukunft rund 90 Prozent der Erlöse von Nokia aus. Nach einem Gespräch mit dem NSN-Management zeigt sich UBS-Analyst Gareth Jenkins positiv von dessen Qualitäten gestimmt. Vor allem die Fokussierung auf die Kosten überzeugt den Experten. Dennoch bleibt sein Votum auf „Neutral“ bei einem Kursziel von 5,40 Euro. Bestimmte Produktlücken würden laut Jenkins weiterhin Fragen aufwerfen.

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Abwarten

Nach dem Kursrutsch in Folge der veröffentlichten Zahlen vergangene Woche zeigt sich die Nokia-Aktie inzwischen wieder etwas erholt. Außerdem hat das Management nun die neue Strategie vorgestellt. Da diese mit dem Affront gegen Microsoft aber doch sehr überraschend ausfiel, bleibt die weitere Entwicklung nach wie vor offen. Solange darüber keine Klarheit herrscht, sollten Anleger an der Seitenlinie bleiben.

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