08.09.2015 Maximilian Steppan

Mega-Trend Autonomes Fahren: Wie groß ist die Gefahr für BMW, Daimler und VW?

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Daimler
Trendthema

Die IAA öffnet am nächsten Donnerstag, den 17. September, ihre Pforten in Frankfurt. Nicht nur die Turbulenzen im wichtigen chinesischen Markt werden für Gesprächsstoff sorgen, sondern auch die Gefahr, die aus dem Silicon Valley droht. Mit Online-Diensten rückt das Silicon Valley in die Autobranche ein - den Platzhirschen droht ein Kontrollverlust.

Während die Autobosse früher bei Fragen nach der Gefahr aus dem Silicon Valley eher abwinkten, streckte Daimler-Chef Dieter Zetsche jüngst den IT-Riesen die Hand aus. "Eine Option könnte sein, dass die Autos in einem Joint Venture entstehen und wir diese dann bauen", sagte er in einem Interview. "Aber ich spreche hier rein fiktiv", schränkte Zetsche im nächsten Atemzug ein.

"Keine Produktion"

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen geht nicht davon aus, dass etwa Apple oder Google im großen Stil selbst in die Produktion einsteigen: Die Margen seien für die IT-Größen viel zu niedrig. Selbst Oberklasse-Hersteller wie Daimler müssen sich anstrengen, damit zehn Prozent vom Umsatz als Gewinn hängenbleiben. Möglich wäre das aber, sagt Dudenhöffer. "Autobauen ist deutlich einfacher, als die Autohersteller immer erzählen." Der kalifornische Elektroauto-Hersteller Tesla ist ein Beispiel dafür, wie eine Marke neu entstehen kann. Das Geld dazu hätten die IT-Konzerne allemal.

Nokia Here als Gegenmodell

Die Autohersteller denken nicht daran, kampflos aufzugeben. "Wir wollen keine Lieferanten werden, die keinen direkten Kundenkontakt mehr haben und Hardware an Dritte liefern", betont Zetsche. Auch deshalb kauften Daimler, Audi und BMW gemeinsam Nokias Kartendienst Here. Es geht um mehr als nur Karten für selbstfahrende Autos: Sie wollen die Kontrolle im Cockpit nicht abgeben. "Es ist eine Initiative, eine Hersteller-Plattform als Alternative zu Google, Apple und möglichen anderen Playern aufzubauen", sagt Accenture-Mann Schmidt.

Favorit

Es bleibt spannend wie sich der Automobilmarkt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Unabhängig ob IT-Konzerne oder die bisher führenden Automobilhersteller die Autos der Zukunft bauen, Spezialchips werden beide benötigen. Dafür ist NXP Semiconductors hervorragend positioniert.

 (Mit Material von dpa-AFX)


Aktueller denn je: Das Ende des Euro

Autor: Saint-Étienne, Christian
ISBN: 9783942888998
Seiten: 160
Erscheinungsdatum: 09.01.2012
Verlag: Börsenbuchverlga
Art: gebunden/Schutzumschlag
Verfügbarkeit: als Buch und eBook verfügbar

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Der Euro sollte die Entwicklung der EU zum einheitlichen Wirtschaftsraum befördern, ist jedoch aufgrund von konzeptionellen Fehlern gescheitert. Christian Saint-Étienne weist nach, dass sich die Eurozone nicht besser entwickelt hat als der Rest Europas oder des Westens und dass der Euro die Einheitlichkeit nur suggeriert, weil es an gemeinsamen Strukturen fehlt und jeder Staat seine eigenen Ziele verfolgt – dabei bleibt harte, fundierte Kritik an der Politik Deutschlands (und Frankreichs) nicht aus.

Saint-Étienne fasst drei Möglichkeiten für die ­Bewältigung der Krise ins Auge:

Föderalisierung der Wirtschafts-, Währungs- und Steuerpolitik – Schaffung einer „echten Eurozone“.
Fortsetzung der „Heftpflaster“-Politik, ein Rettungspaket nach dem anderen.
Das Zerbrechen des Euro nach dem Scheitern von 2., entweder „apokalyptisch“ oder „geordnet“, in Form zweier Euro-Währungen mit eigenen Zen­tralbanken in Frankfurt und Paris.

Auf den letzten zehn Seiten liefert Saint-Étienne Vorschläge für das Vorgehen Frankreichs angesichts des drohenden Endes des Euro – auch für deutsche Leser hochinteressant.

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