16.07.2019 Michel Doepke

J&J-Zahlen: Top-Ergebnis für Morphosys und Genmab – Enttäuschung für Bayer – so handeln Sie jetzt richtig!

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Johnson & Johnson
Trendthema

Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (J&J) hat im zweiten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert. Das Nettoergebnis stieg um knapp 42 Prozent auf 5,6 Milliarden US-Dollar. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um knapp 23 Prozent auf 2,58 Dollar und lag damit deutlich über der Prognose von 2,44 Dollar pro Papier. Stark entwickelten sich die Medikamente Tremfya und Darzalex – ganz zur Freude von Morphosys und der dänischen Genmab. Enttäuschend performte hingegen der Quartalsumsatz des Gerinnungshemmers Xarelto.

Johnson & Johnson vertreibt den Kassenschlager Xarelto zusammen mit Bayer und hält daran die Rechte in den USA. Im zweiten Quartal verzeichnete der Dow-Jones-Konzern einen Umsatzeinbruch von 19,2 Prozent auf 549 Millionen Dollar. Eine kleine Reaktion zeigte auch die Bayer-Aktie nach der Veröffentlichung der Ergebnisse um 12:40 Uhr deutscher Zeit.

Bloomberg

Die Umsatzentwicklung von Xarelto wird stets mit Argusaugen verfolgt. Denn der Blockbuster ist der Top-Seller im Portfolio der Pharma-Sparte von Bayer. In den kommenden Jahren rechnen Analysten mit einem jährlichen Umsatzpotenzial von über fünf Milliarden Euro.

J&J-Zahlen geben Morphosys und Genmab Auftrieb

Extrem stark entwickelten sich die Umsätze des Krebsmedikamentes Darzalex, welches J&J von der dänischen Genmab einlizenziert hat. Die Erlöse explodierten um 51,6 Prozent auf 774 Millionen Dollar im zweiten Quartal. Diese Zahl lässt auch auf ein gutes Ergebnis bei der dänischen Biotech-Gesellschaft schließen, die DER AKTIONÄR vor einigen Wochen als ASCO-Gewinner zum Kauf empfohlen hat.

GENMAB AS DK (WKN: 565131)

In Dänischen Kronen hat die Genmab-Aktie nach Bekanntgabe des starken J&J-Ergebnisses von Darzalex ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Mutige Anleger sollten das Signal nutzen und eine Position eingehen. Charttechnisch könnten die Papiere schnell wieder in Richtung Rekordhoch bei 1.489 Kronen marschieren.

Ähnlich gut performt auch Tremfya, welches J&J von der deutschen Biotech-Schmiede Morphosys einlizenziert hat. Unter dem Strich steht im zweiten Quartal ein Erlösplus von 86,5 Prozent auf 235 Millionen Dollar zu Buche. Ganz zur Freude des MDAX-Konzerns: Denn an den Tremfya-Umsätzen der Amerikaner wird Morphosys entsprechend beteiligt.

Morphosys (WKN: 663200)

Die positiven Ergebnisse von J&J bei Darzalex und Tremfya sollten sich auch in den Quartalsergebnissen von Genmab respektive Morphosys widerspiegeln. Beide Aktien bleiben sowohl fundamental als auch charttechnisch ein klarer spekulativer Kauf. Bei Bayer hingegen hält DER AKTIONÄR weiter an seiner Einschätzung fest: Für einen langfristig angelegten Einstieg auf der Long-Seite ist es noch zu früh.