02.08.2018 Markus Bußler

Gold: In den Fängen des Währungskrieges

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Gold
Trendthema

Der Goldpreis präsentiert sich schwach. Jeglicher Versuch der Bullen, eine Rallye zu starten, wurde bislang unterbunden. Mehr noch: Gold nähert sich seinem Jahrestief. Der große Gegenspieler des Goldpreises ist aktuell der US-Dollar, vor allem das Währungspaar Renminbi/US-Dollar. Die Schwäche des Goldpreises geht einher mit der Schwäche der chinesischen Währung.

Warum ist das? Dafür gibt es sicherlich einige Gründe. Und es betrifft auch nicht nur den Goldpreis, es betrifft praktisch alle Rohstoffe – mit Ausnahme vielleicht von Erdöl. China ist bei den Industriemetallen der mit Abstand größte Nachfrager auf den Weltmärkten. Wertet aber die chinesische Währung gegen den US-Dollar ab, dann werden die in US-Dollar gehandelten Rohstoffe für chinesische Unternehmen teurer. Der Markt spielt das Szenario, dass dadurch die Nachfrage leiden könnte und Unternehmen dazu übergehen, Lagerbestände abzubauen und weniger auf den Märkten nachfragen. Für Gold gilt ähnliches: China und Indien kämpfen aktuell um den Platz 1 was die Nachfrage nach Gold betrifft. Auch hier gilt: Ein steigender US-Dollar macht Gold teurer, was die Nachfrageseite belasten könnte.

Dollar rauf, Gold runter

Es gibt aber noch eine Erklärung: Der US-Dollar präsentiert sich auch im US-Dollar-Index, einem Korb aus verschiedenen Währungen, stark. Mit anderen Worten: Der US-Dollar wertet gegen andere Währungen auf. Nun wird Gold von vielen Marktteilnehmern ebenfalls als Währung, von einigen sogar als ultimative Währung gesehen. Wertet der Dollar aber gegen praktisch alle Währungen auf, dann wertet er auch gegen Gold auf. Und das wiederum bedeutet, dass der Goldpreis in US-Dollar fällt.

Zurzeit ist Gold ein Gefangener der Währungen. Insbesondere die asiatischen Währungen, allen voran der Renminbi, müssen wohl ihre Talfahrt beenden, damit Gold eine Rallye starten kann. Von anderen Seiten gibt es bereits grünes Licht. Eine wichtige Rolle wird dabei US-Präsident Donald Trump spielen. Seine Rhetorik rund um Strafzölle hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Dollar auf- und die chinesische Währung abgewertet hat. Doch ein starker Dollar kann nicht im Interesse der USA sein. Deshalb dürfte Trump schon bald andere Töne anschlagen. Und das dürfte Gold unter die Arme greifen.