01.06.2017 Maximilian Völkl

E.on, Uniper und Co im Rallyemodus: Wie geht es jetzt weiter?

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RWE
Trendthema

Die Gerüchte um eine Uniper-Übernahme durch die finnische Fortum haben am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. Auch heute geht die Rallye in der Energiebranche weiter. Vor allem Uniper legt erneut deutlich zu. Im Sog der Übernahmefantasie profitieren aber auch die Mutter E.on sowie die Wettbewerber RWE und Innogy.

Die Spekulationen um einen Verkauf von Uniper sind nicht neu. E.on hat bereits mehrfach angekündigt, die 47-Prozent-Beteiligung nach Ablauf einer steuerlichen Sperrfrist 2018 schnellstmöglich zu verkaufen. In einer Studie der Société Générale heißt es, dass es lediglich verwunderlich sei, warum es nicht früher Spekulationen um Fortum gab. Die Finnen wollen ihr überschüssiges Kapital ohnehin investieren und das Schweden- und Russland-Geschäft von Uniper würden gut zum Konzern passen.

Zweifel angebracht

Kritischer äußern sich die Experten von Natixis. Ihrer Meinung nach würde eine Uniper-Übernahme keinen Sinn machen. Fortum konzentriere sich auf Biomasse, Energiegewinnung aus Müll und Erneuerbare Energien. Die konventionellen Aktivitäten von Uniper würden aus strategischer Sicht keinen Mehrwert schaffen.

Das Analysehaus Jefferies gibt zudem zu bedenken, dass ein Deal eine erhebliche finanzielle Herausforderung für Fortum sei. Der Wert von Uniper betrage über 50 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung. Für E.on mache ein Paketverkauf aus finanzieller Sicht dagegen durchaus Sinn. Profitieren könnte zudem die gesamte Energiebranche. Ein Deal würde zeigen, dass den konventionellen Stromerzeuger eine erfolgreiche Zukunft zugetraut wird.

Bunte Energiewelt

In der neuen Energiewelt gibt es viele Herausforderungen. Die Aktien der großen deutschen Versorger sind nach jahrelanger Rallye wieder interessant. Bei der Auswahl haben Anleger aber die Qual der Wahl. Alle vier Aktien haben ihre Vorzüge, entschieden werden sollte je nach Risikopräferenz.

Das sicherste Investment bietet Innogy. Ein verlässliches Geschäft und eine hohe Dividendenrendite machen die Aktie zu einer Art Festgeldersatz. Spekulativer ist der zweite „grüne Versorger“ E.on. Sollte ein Paketverkauf von Uniper klappen, dürfte sich die angeschlagene Bilanz wieder verbessern. Auch das Chartbild stimmt. Für spekulative Anleger ist E.on sehr interessant.

Die konventionellen Versorger haben bereits seit Jahresbeginn eine Rallye aufs Parkett gelegt. Bei RWE treiben die Hoffnung auf steigende Strompreise und einen möglichen Kapazitätsmarkt sowie die hohen Dividenden der Tochter Innogy den Kurs. Wer darauf setzen will, dass konventionelle Kraftwerke trotz Energiewende noch länger benötigt werden, kann mit dem DAX-Titel noch viel Freude haben. Uniper eignet sich dagegen vor allem für Zocker, die auf die Übernahmefantasie setzen wollen. Kommt es zur Komplettübernahme, sind nach dem jüngsten Kurssprung weitere Aufschläge möglich.