17.06.2016 Werner Sperber

Devisen-Experten: US-Wirtschaft ist schwach, Yellen noch schwächer und der Dollar wird schwächer

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Die Sachkenner von Fuchs Devisen zitieren Karl Valentin: „Mögen hätt‘ ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut.“ Sie erklären damit die Wege des Offenmarkt-Ausschusses der US-Notenbank (fed), welche vor der allgemein erwarteten Zinserhöhung nun doch zurückgeschreckt ist. Nun wird es schwierig eine Erhöhung zu begründen, denn der Ausschuss hat die Schätzung für das US-Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr von 2,4 auf 2,0 Prozent gesenkt. Dieser FOMC (Federal Open Market Committee) genannte Ausschuss erwartet also, die wirtschaftliche Datenlage wird im Rest des Jahres schlechter sein als jetzt und schon jetzt reichte es nicht zu einer Zinsanhebung.

Ben Bernanke hat als Präsident des Federal Reserve Board Erwartungen für eine Normalisierung der Zinsen angestachelt. Janet Yellen, seine Nachfolgerin, und ihre Mitstreiter haben ihre Chance dafür offenbar verpasst, denn dazu hätten wenigstens in diesem Jahr Taten folgen müssen. Doch der FOMC wird es schwer haben einen passenden Termin zu finden, falls er doch noch eine Anhebung vorhaben sollte: Die nächsten regulären Sitzungstermine des FOMC fallen in die Zeit des US-Präsidentschaftswahlkampfes. Sollten dann die Zinsen angehoben werden, würde das für noch mehr politischen Streit sorgen. Wenn der FOMC jedoch bis zum Wahltermin nichts macht, wird er noch unglaubwürdiger. Das würde zu einer grundsätzlichen Neueinschätzung des Dollar führen.

Die Sachkenner von Fuchs Devisen erklären: Die Schwäche der US-Geldpolitik beginnt die Schwäche der US-Wirtschaft zu überlagern und belastet den Dollar. Der bewegt sich um die Marke von 1,12 Euro herum. Bis das Ergebnis des Referendums der Briten zu einem Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) veröffentlicht wird, dürfte sich daran wenig ändern.

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