08.04.2012 Marion Schlegel

Deutsche Rohstoff AG: Finanzvorstand sieht deutliches Potenzial

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Die Deutsche Rohstoff AG ist im Rohstoff-Bereich breit aufgestellt. Nicht nur Gold-, Öl- und Gasprojekte zählen zum Portfolio, auch Hightech-Metalle befinden sich auf der Explorationliste. Der Finanzvorstand Dr. Thomas Gutschlang gewährt im Interview mit dem AKTIONÄR einen Einblick in die geplanten Vorhaben.

Gleich in mehreren Rohstoff-Segmenten ist die Deutsche Rohstoff AG tätig. Gold, Öl, Zinn und vieles mehr zählt zum großen Portfolio-Schatz. Noch im laufenden Jahr könnten einige positive News beim Tipp des Tages vom vergangenen Donnerstag folgen. Der Finanzvorstand Dr. Thomas Gutschlag verrät im Interview mit DER AKTIONÄR, was in den kommenden Monaten zu erwarten ist.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Gutschlag, Sie und Ihr Kollege Dr. Titus Gebel haben vor sechs Jahren die Deutsche Rohstoff AG gegründet. Was war Ihre Intension dafür?
Dr. Thomas Gutschlag: Wir haben Anfang 2006 die Deutsche Rohstoff AG gegründet. Unsere Idee war, von Anfang an einen Rohstoffproduzenten aufzubauen. Das heißt ein Unternehmen, das Rohstoffe fördert und nicht nur damit handelt oder Lizenzen handelt, wie es sehr viele in der Branche gibt. Das Ganze geschah vor dem Hintergrund, dass wir überzeugt waren und auch nach wie vor sind, dass die Rohstoffförderung eine der größten Wachstumsindustrien für die nächsten Jahre - wenn nicht Jahrzehnte - sein wird.

Die Deutsche Rohstoff AG ist in sehr vielen Rohstoffbereichen aufgestellt. Welches ist Ihr Top-Projekt?
Es gibt nicht ein Top-Projekt, sondern wir haben eine ganze Reihe von Projekten, von denen wir glauben, dass Sie einen Wert im dreistelligen Millionenbereich erreichen können. Dazu zählt unsere Wolfram-Mine in Australien, die beiden Ölgesellschaften in Deutschland und den USA und auch die beiden Gesellschaften, die Lizenzen in Sachsen halten, nämlich Tin International für Zinn und Seltenerden Storkwitz AG für Seltene Erden.

Was sind Ihre Hauptziele für 2012?
Es gibt vier Hauptziele, an denen wir ar­beiten. Zunächst einmal, was die Aktie angeht, wollen wir bei der Marktkapi­ta­­­lisierung die 100-Millionen-Euro-Hürde überschreiten. Wir glauben, dass un­se­­­re Projektbasis und der Newsflow, den wir bringen werden, das auch hergeben. Die 100 Millionen sind uns deshalb wichtig, weil wir dadurch auch auf den Radar größerer Investoren kommen. Zum Zwei­ten wollen wir natürlich Wolfram und Öl produzieren. Hier möchten wir eine kontinuierliche Produktion anschie­ben. Zum Dritten möchten wir zwei Bör­sen­­gänge stemmen - einmal für Tin In­­ternational in Australien und außerdem für die Seltenerden Storkwitz AG in Deutschland. Als Viertes haben wir uns vorgenommen, unser Portfolio zu be­­­reinigen und gegebenenfalls das Gold­pro­­­jekt beziehungsweise auch den Anteil an Devonian Metals zu veräußern. Das sind die vier Themen. Wenn wir das alles erreichen, sind wir mit dem Jahr zu­frie­den.

Sie haben bereits das Goldprojekt in Australien angesprochen. Gibt es bereits Inte­­­ressenten für einen möglichen Kauf?
Es gibt eine Reihe von Unternehmen, insbesondere welche, die selbst in der gleichen Region tätig sind, die Interesse zeigen. Das Gebiet ist eine alte Goldförder-Gegend. Was unser Projekt dort auszeichnet, ist unsere Aufbereitungsanlage, die bereits im vergangenen Jahr gezeigt hat, dass sie sehr gut arbeitet. Das fehlt den anderen Unternehmen, die in der Gegend tätig sind. Solch eine Aufbereitungsanlage neu zu errichten ist zum einen sehr teuer - dafür müssen 15 bis 20 Millionen Australische Dollar in die Hand genommen werden - und zum anderen müssen die nötigen Genehmigungen eingeholt werden. Neben der eigentlichen Aufbereitungsanlage werden auch ein Absetzteich und weitere Infrastruktur benötigt. Das kann ein sehr langwieriger Prozess sein. Insofern haben wir hier eine gut funktionierende Anlage plus einen genehmigten Standort. Das macht unser Projekt schon sehr attraktiv.

Vor Kurzem haben Sie eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Was planen Sie mit den Einnahmen?
Die Kapitalerhöhung war sehr erfolgreich. Sie wurde komplett platziert. Insgesamt haben wir brutto 10,8 Millio­nen Euro erlöst. Wir planen, diese Mittel im Wesentli­chen im Wolfram Camp zu in­vestieren. Wir sehen hier sehr gute Mög­lichkeiten, im nächsten Schritt die Mine noch zu erweitern. Wir haben hier erhebliches Explorationspotenzial und verfügen über eine Lizenzposition, die fast 300 Quadratkilometer umfasst. Wir wissen außerdem, dass unser Abnehmer durchaus be­reit und dazu in der Lage wären, deut­lich mehr abzunehmen. Zum anderen bietet Tekton Energy hervorragende Chancen. Wir sehen hier im Horizontal­bohrprogramm noch ganz erhebliches Wertpotenzial für uns.

Herr Dr. Gutschlag, vielen Dank für das Gespräch.