7 Chancen auf 111 Prozent
19.03.2020 Florian Söllner

Der Tod, die Panik – und die nächste große Überraschung für DAX und Dow

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DAX

Der Herzschlag erhöht sich, der Blutdruck steigt, wir atmen schneller, die Pupillen weiten sich – Panik! Die Welt hortet Klopapier und räumt die Aktiendepots leer. Schockstarre, Käuferstreik im DAX. Was uns so erschreckt, ist der Tod – der aus dem Schatten ins mediale Rampenlicht tritt. Pandemie! In blutroten Livetickern lesen wir von über 400 pro Tag an den Folgen des Coronavirus sterbenden Menschen in Italien. Bei uns sind es bisher insgesamt 30 Opfer – doch es werden mehr.

Zum Vergleich: In Deutschland sterben bereits ohne Pandemie jeden Tag 1.000 Menschen an Herz- und Kreislauferkrankungen und im Schnitt 200 an Atemwegserkrankungen. Doch das Coronavirus macht Angst: Es ist neu und niemand kann genau sagen, wie viele es noch trifft.

DAX (WKN: 846900)

Die Industriewelt steht still. VW und Daimler stoppen die Produktion, Airlines setzen Flüge aus, Geschäfte schließen. Während Politiker beschwichtigen, dass niemand arbeitslos werde, spricht IfW-Chef Gabriel Felbermayr Klartext: „Das wird die Mutter aller Rezessionen.“ Seine Rechnung: Halbiert sich die Wirtschaftstätigkeit nur einen Monat lang, kostet das fürs Jahr 2020 vier Prozent Wachstum.

Wir stecken mitten in der größten Wirtschafts- und Aktienkrise seit Jahrzehnten. Doch auch dieses Mal geht das Leben weiter. Der Peak der Virusverbreitung in Italien wird laut einer italienischen Studie in drei bis vier Wochen erreicht. Gleichzeitig forschen Pharma-Giganten Tag und Nacht an Impfstoffen und Medikamenten gegen das Virus. Noch dieses Jahr könnten sie erfolgreich sein.

Bereits bekannt ist die Medizin, die der Wirtschaft und den Aktienmärkten verabreicht wird: Geldspritzen – so groß wie nie. US-Präsident Donald Trump will eine Billion Dollar in die Wirtschaft pumpen. Auch in Deutschland und Europa werden die Geldschleusen geöffnet.

Starke Firmen und Tech-Player wie Alibaba, die jetzt schon im Geld schwimmen, werden gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. DER AKTIONÄR hat daher in der neuen Ausgabe die wichtigsten Aktien einem Check unterzogen: Ist die Bilanz krisensicher, das Geschäftsmodell weiter stimmig? Fällt die Antwort positiv aus, bieten sich hier bei Abschlägen von 40 Prozent und mehr historisch attraktive Einstiegskurse. Zumal die nächste Super-Krise schon am Horizont lauert: der Tod der Währungsstabilität. Experten, die den Börseneinbruch prognostiziert haben, glauben nun: Die hektische Geldschwemme der Politiker führt zur großen Inflation.

Der neue AKTIONÄR

Panik ist kein guter Ratgeber, weder beim Aktienhandel noch bei staatlicher Geldpolitik. Auf Zeiten, in denen dann ein Paket Klopapier wirklich mit wertlosen Geldbündeln aufgewogen werden würde, kann man sich clever vorbereiten – kühlen Kopf bewahren und rechtzeitig Aktien krisensicherer Firmen hamstern.