23.01.2019 Stefan Sommer

Börsenexperte Thomas Gebert: Mit dieser Strategie schlagen Sie den Markt

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DAX
Trendthema

Seit über 40 Jahren beschäftigt sich Thomas Gebert mit der Börse. Die Signale seines Börsenindikators werden regelmäßig im Anlegermagazin DER AKTIONÄR veröffentlicht. Aktuell steht der Indikator auf Kaufen. Im Interview gibt Gebert Aufschlüsse wie es nach dem schwierigen Jahr 2018 nun mit dem Märkten weitergeht.

 

DER AKTIONÄR: Herr Gebert, das letzte Jahre war schwer. Der DAX hat fast 19 Prozent verloren. Wie ist es Ihnen ergangen?

Thomas Gebert: Wir sind mit dem Musterdepot des Gebert-Briefs ganz gut über die Runden gekommen. Von Anfang 2018 bis zum letzten Freitag liegen wir Plusminus null. Der DAX hat in dieser Zeit 15 Prozent verloren. Wir haben dem DAX also mit 15 Prozentpunkten Vorsprung geschlagen.

Gebert-Depot

Wie haben Sie das gemacht?

Der Börsenindikator hat geholfen. Im Juli hat er ein Verkaufssignal geliefert und ist erst im November billiger wieder eingestiegen. Ferner hat die Aktienauswahl dazu beigetragen. Im holprigen letzten Jahr haben wir hauptsächlich auf konjunkturunsensible, defensive Werte wie Roche, Novartis, Deutsche Telekom und E.ON gesetzt. Wenn wir nun, was ich glaube, vor einer größeren Aufwärtsbewegung stehen, sind die zyklischen, konjunktursensiblen Werte aussichtsreicher. Wenn es tatsächlich wieder nach oben geht, sollten die Werte, die im letzten Halbjahr so schwer verloren haben, wie Daimler, BASF, Heidelberger Zement und so weiter sich überproportional erholen können.

Wie kommen Sie darauf, dass wir vor einer Aufwärtsbewegung stehen?

Es hilft, etwas einzuordnen, wo man im Moment steht. Der Dollarkurs hat in den letzten Jahrzehnten einen ausgeprägten 16-Jahres-Rhythmus gegen die D-Mark beziehungsweise den Euro ausgebildet. Die Hochpunkte des Dollar lagen in den Jahren 1969, 1985, 2001 und zuletzt zu Beginn des Jahres 2017. Dieser Dollar-Rhythmus entscheidet darüber welche Anlageklasse präferiert wird. In den Dollar-Anstiegsphasen, von 1980 bis 1985 oder von 1996 bis 2001 oder von 2012 bis 2017 vervielfachten sich die Aktienkurse. Während zwei der drei Dollar-Abstiegsphasen seit 1969 vervielfachte sich dagegen der Goldpreis, nach 1969 nach dem Jahr 2001. Hätte man im Jahr 2001 in Gold investiert, hätte sich das Depot bis zum Jahr 2011 beinah verssiebenfacht. Die deutschen Aktien haben in dem Zeitraum 40 Prozent verloren. Für das Anlageergebnis zehn Jahre später bedeutete die Entscheidung im Jahre 2001 Gold oder Aktien einen Faktor zehn. Der Goldanleger hatte im Jahr 2011 zehnmal so viel Geld wie der Aktienanleger. Ebenfalls um einen Faktor zehn ging es nach 1969 nach oben. Auch damals hätte der Goldanleger nach zehn Jahren zehnmal so viel besessen wie der Aktienanleger. Genau umgekehrt war es in den Dollar-Anstiegsphasen. Von 1980 bis 1985 verdreifachten sich die Aktienkurse, der Goldpreis fiel auf ein Drittel zurück. Auch dabei handelt es sich wieder fast um einen Faktor zehn, diesmal aber zugunsten des Aktienanlegers. Knapp 16 Jahre später das gleiche Bild: Von 1996 bis zum Jahr 2001 vervielfachenten sich die Aktien, während der Goldpreis 30 Prozent fiel. Nochmal 16 Jahre später, von 2012 bis 2017, konnten erneut die Aktien glänzen, während der Goldpreis abstürzte. Zu einem gegebenen Zeitpunkt die richtige Anlageklasse zu wählen, hätte sich in der Vergangenheit nach zehn Jahren durchaus mit einem Faktor zehn im Depotwert auswirken können. Anfang des Jahres 2017 befanden wir uns zuletzt wieder auf einem Dollargipfel wie 16 Jahre zuvor im Jahr 2001, 32 Jahre zuvor im Jahr 1985 und 48 Jahre zuvor im Jahr 1969. Es hätte sich zu diesem Zeitpunkt also angeboten in Gold zu investieren und nicht in Aktien. Tatsächlich ist seitdem auch Gold zehn Prozent gestiegen und die Aktien zehn Prozent gefallen. Bisher hierher, Anfang 2019, wäre es also richtig gewesen entsprechend dem 16-jährigen Dollar-Rhythmus Gold statt Aktien zu wählen. Nun ging es in der Vergangenheit in den Dollar-Abstiegsphasen nicht nur in den Keller mit dem DAX. Es gab in diesen Zeiten auch ausgiebige Aktien-Erholungen. Die starteten jeweils ziemlich genau zwei Jahre nach einem Dollar-Gipfel, so 1971, nach dem 1969er-Dollar Gipfel, 1987 nach dem Crash zwei Jahre nach dem 1985er-Dollar-Gipfel, 2003 vom Aktien-Tiefpunkt aus nach dem Dollar-Gipfel 2001 und nun möglicherweise zwei Jahre nach dem Dollargipfel 2017.

Dollar-DM-Chart

Dann nehmen wir an, Sie sind nun voll investiert?

Genau.

Wir hoffen dass sie Recht haben und drücken Ihnen die Daumen.

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