05.07.2018 Benedikt Kaufmann

Baidu: Vollgas in Sachen Künstliche Intelligenz

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China macht kein Geheimnis daraus, dass es der Technologieführer in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) sein will. Entsprechend drücken große Tech-Firmen wie Baidu aufs Gas. Der Suchmaschinen-Betreiber kündigte auf seiner Entwicklerkonferenz an, seine KI-Plattform zu erneuern, einen KI-Chip zu entwickeln und die Produktion autonomer Busse zu beginnen.

Die KI-Plattform namens „Baidu Brain“ bietet Entwicklern einfachen Zugriff auf KI-Algorithmen und Machine-Learning-Tools wie Gesichtserkennung oder Spracherkennung. Mithilfe dieser Plattform können Entwickler leicht KI-Apps entwickeln, wie beispielsweise ein Medizin-Programm, das selbständig 40 unterschiedliche Arten an parasitären Würmern erkennen kann. Auf der Entwicklerkonferenz kündigte Baidu jetzt die Version 3.0 an.

Der ebenfalls auf der Konferenz vorgestellte KI-Chip namens „Kunlun“ bietet dagegen die Möglichkeit, die KI-Programme und -Modelle auch skaliert in einer angemessenen Geschwindigkeit zu berechnen. Der Chip ist auf FPGA-Technologie aufgebaut. Es ist zu vermuten, dass hier auch der US-Chiphersteller Xilinx seine Finger im Spiel hat, der gemeinsam mit Baidu im Bereich FPGA-Chips zusammenarbeitet.

Daneben vermeldete Baidu Fortschritte in dem wohl wichtigsten Anwendungsbereich von KI – dem autonomen Fahren. Der Konzern hat die Volumenproduktion des ersten kommerziellen selbstfahrenden Bus aus China begonnen. Der Bus namens „Apolong“ soll das erste kommerzielle autonome Fahrzeug des Typs Level 4 werden und Ende 2018 auf die Straße kommen. (Das Autonomielevel bedeutet dabei: Die Führung des Fahrzeugs wird dauerhaft vom System übernommen. Werden die Fahraufgaben vom System nicht mehr bewältigt, kann der Fahrer aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen.)

Baidu liefert das volle KI-Paket über Entwicklung, Hardware und Anwendung. Neben dem soliden Kerngeschäft mit Werbung verfügt der Konzern damit über einen mehr als aussichtsreichen Zukunftstreiber. Bei derartigen Aussichten können die Anleger bei der China-Aktie getrost dabeibleiben – auch wenn der Konflikt mit den USA das Baidu-Papier in einen Seitwärtstrend gefangen hält. Langfristig Top!

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