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13.04.2021 Michael Schröder

Autobranche im Wandel: „Das vollelektrische Auto ist Volksbewegung geworden“ – Experte sieht Volkswagen auf der Überholspur

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Es tut sich was in Sachen Elektromobilität – auch in Deutschland. Der weltweite Bestand an Elektroautos ist 2020 um rund drei Prozent auf 10,9 Millionen gestiegen. Das dürfte erst der Anfang gewesen sein. Anders als noch vor zwei Jahren spürt man in der Bevölkerung, der Politik und bei den Autobauern den Willen, endlich in das elektrische Zeitalter vorzustoßen. Der Verbrennungsmotor könnte noch in diesem Jahrzehnt zum Nischenprodukt werden. Auch Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sieht den Wechsel vom klassischen Verbrenner zum E-Auto in vollem Gange. DER AKTIONÄR fragte nach beim Leiter des Center Automotive Research (CAR).

DER AKTIONÄR: Die heimischen Autobauer beschleunigen das Hochfahren der Elektromobilität. Ist der Wechsel vom klassischen Verbrenner zum E-Auto nun nicht mehr aufzuhalten?

Ferdinand Dudenhöffer: Absolut. Das vollelektrische Auto ist Volksbewegung geworden, und das gilt für Europa und China und jetzt mit US-Präsident Biden auch für die USA. Und auch Plug-In Hybrid wird kein langes Leben haben. Der Fortschritt bei Lithium-Ionen-Batterien ist so groß, dass bereits vor dem Jahr 2030 der Plug-In zum Auslaufmodell wird.

Welche Rolle spielt die Politik bei dem Thema?

Die Politik in Deutschland ist sehr zögerlich. Die Kanzlerin würde am liebsten beides – gleichzeitig mit dem Elektroauto und dem traditionellen Auto zu fahren. Leider hat das der liebe Gott unmöglich gemacht. Mit einer mutigeren Politik wären wir weiter. Der Vorsprung von Tesla gegenüber deutschen Autobauern wäre nicht so groß geworden. Solange man sich scheut am Benzinpreis zu drehen, fährt man beim Mobilitätswandel mit angezogener Handbremse.

Volkswagen ist bei der Elektromobilität weiter als die meisten Mitbewerber. Was machen die Wolfsburger derzeit besser als die anderen heimischen Autobauer?

Eigentlich fast alles. Das fängt mit den vollelektrischen Fahrzeugplattformen MEB und PPE nach dem Skateboard-Konzept an, geht über massive Investitionen und Knowhow-Aufbau bei der Batterie, startet zwar noch holprig mit Car-Software und AI und geht in den Vertrieb. Es gibt Autobauer, bei denen sind Auto-Abos und Internetvertrieb noch Fremdwörter. VW hat mit seinem Agentursystem und bald dem korrespondieren Auto-Abo-Modellen auch hier einen Vorsprung.

Im zweiten Teil des Interviews erklärt Dudenhöffer wo der VW-Konzern im Vergleich zum E-Pionier Tesla steht und welches Standing die chinesischen Anbieter wie Nio oder X-Peng aus seiner Sicht haben.

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Genie, Visionär oder doch nur windiger Geschäftemacher? Elon Musk war einer der umstrittensten Titanen des Silicon Valley. Er wurde von Konkurrenten und Investoren bedrängt, von Whistle­blowern behindert – dennoch verloren er und sein Team von Tesla nie den Glauben an das Potenzial von E-Autos. Beharrlich entwickelten sie ein Auto, das schneller, leiser und sauberer war als alle anderen. Der Auto- und Technologie-Reporter des „Wall Street Journal“, Tim Higgins, verfolgte das Drama von der ersten Reihe aus: die Phasen des Innovationsstaus, das Ringen um die Kontrolle, die Verzweiflung und den unerwarteten Erfolg. „Powerplay“ ist eine Geschichte von Macht, Rücksichtslosigkeit, Kampf und Triumph und schildert, wie ein Team von Exzentrikern und Innovatoren alle Hürden überwand – und die Zukunft veränderte.
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