Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
Foto: Amazon
07.08.2020 Andreas Deutsch

Amazon: Teure Aktie? Dann sehen Sie sich mal diesen Vergleich an

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Amazon.com

2020 ist ein weiteres Top-Jahr für Big Tech. Neben Apple und Microsoft gibt auch Amazon ordentlich Gas. Die Aktie des Bezos-Konzerns liegt seit Jahresanfang mit 75 Prozent im Plus, was Platz 8 im S&P 500 bedeutet. Aktueller Börsenwert: 1,6 Billionen Dollar. Ist das so langsam zu viel des Guten?

Die Anleger bekommen nach den starken Quartalszahlen nicht genug von Amazon. Am Donnerstag kletterte die Aktie um ein Prozent auf 3.225 Dollar und ist auf dem besten Weg, schon sehr bald das Rekordhoch bei 3.344,29 Dollar zu überwinden.

Das Ende der Fahnenstange sollte das aber nicht sein, so Heath Terry. Der Goldman-Sachs-Analyst hat sein Kursziel für Amazon vor wenigen Tagen von 3.800 auf 4.200 Dollar erhöht und die Aktie auf der „Conviction Buy List“ belassen.

Der Umsatz des Online-Handelskonzerns habe im zweiten Quartal die Erwartungen solide übertroffen, so Terry. Das gelte auch für die Gewinne.

Amazon bei 4.200 Dollar? Mancher Anleger hält den derzeitigen Börsenwert schon für ausgesprochen ambitioniert und spricht von einer Blase. Zurecht?

Aktuell kommt Amazon auf ein KUV für 2020 von 4,5. Das 2020er-KGV beläuft sich auf 84. Klingt hoch, ist aber nichts im Vergleich zur Hochphase der New Economy vor 20 Jahren. Damals kam Amazon auf eine Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Dollar bei null Gewinn und einem Umsatz von gerade einmal 1,6 Milliarden, was einem KUV von 19 (!) entspricht.

Klar, die Erwartungen beim Wachstum waren vor 20 Jahren höher als jetzt. Doch auch jetzt legt Amazon bei Umsatz und Gewinn immer noch kräftig zu. 2021 sollen die Erlöse um 18 Prozent und der Ertrag um 29 Prozent steigen. Eine Abschwächung in den kommenden Jahren ist laut den Analysten nicht in Sicht.

Amazon.com (WKN: 906866)

Von einer Blase wie zur Jahrtausendwende ist Amazon noch ein gutes Stück entfernt. Das Momentum dürfte stark bleiben, neue Hochs sind nur eine Frage der Zeit. Die Aktie bleibt ein Kauf. 

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Der Ausbruch von Covid-19 hat Schlafzimmer in Büros verwandelt, Jung gegen Alt ausgespielt und die Kluft zwischen Arm und Reich, Maskenträgern und Maskenhassern vergrößert. Einige Unternehmen, wie Amazon und der Hersteller von Videokonferenzsoftware Zoom, fanden sich unter einer Lawine der Verbrauchernachfrage erdrückt. Andere, wie die Restaurant-, Reise-, Hotel- und Live-Entertainment-Branche, kämpften darum, nicht unter die Räder zu kommen. Die Pandemie war ein Beschleuniger von Trends, die bereits in vollem Gange waren. In „Post Corona“ skizziert Galloway die Konturen der Krise und die Chancen, die vor uns liegen. Galloway kombiniert seinen unverkennbaren Humor und frechen Stil mit messerscharfen Einblicken und bietet Warnung und Hoffnung gleichermaßen.
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