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10.10.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Millionen für den Müll

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Amazon.com

Online-Händler in Deutschland haben allein im vergangenen Jahr rund 7,5 Millionen zurückgeschickte Artikel entsorgt, obwohl sie diese hätten spenden oder wiederverwerten können. Das entspricht knapp 40 Prozent aller weggeworfenen Retouren. Ein Zustand, den Marktführer Amazon nicht länger hinnehmen will.

Schätzungsweise fast 20 Millionen zurückgeschickte Artikel sind 2018 in Deutschland im Müll gelandet. Zu diesem Ergebnis kommen Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bamberg. Es sei „eine unnötige Verschwendung", kritisierte Björn Asdecker, Leiter der Forschungsgruppe.

Bei den zurückgeschickten Artikeln handelt es sich um Kleidung, aber auch um Elektro- und Freizeitartikel, Möbel und Haushaltswaren sowie Produkte des täglichen Bedarfs.

Der Grund liegt auf der Hand: Entsorgung ist billig, sie kostet im Schnitt nur 85 Cent. Es wäre viel teurer, die Ware weiter zu verwerten. Und noch dazu aufwendiger, vor allem für kleinere Händler.

Die meisten Produkte, die am Ende weggeworfen werden, kosten weniger als 15 Euro.

Der Marktführer Amazon reagierte schon. Die Amerikaner wissen: Entsorgen statt wiederverwenden passt nicht zum Zeitgeist. Einen Imageschaden will Amazon keinesfalls riskieren. Deswegen kostet die Entsorgung seit September statt zehn Cent mindestens 25 Cent – genau so viel wie der Rückversand.

Zudem spendet Amazon Retouren. Mehr als tausend Organisationen hätten auf diese Weise schon Spenden von Amazon erhalten, gab ein Sprecher des Unternehmens an. Es sei sowieso eine absolute Ausnahme, dass Retouren vernichtet würden.

Wiederverwenden oder spenden statt auf den Müll werfen: Amazon geht mit gutem Beispiel voran. Die Aktie bleibt ein Basisinvestment. 

(Mit Material von dpa-AFX)

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