Tesla
- Werner Sperber - Redakteur

Tesla Motors: Exklusiv - Es gibt keinen "3"er (Teil II)

Es ist keine Automobilmesse gewesen. Niemand hat den Mitgründer und Vorstandsvorsitzenden von Tesla Motors gezwungen, den „3“er am 31. März vorzustellen. Er alleine hat diesen Termin gewählt. Dennoch war der „3“er nicht fertig: Bedienelemente; Kofferraum oder Inneneinrichtung sind nur quasi Attrappe und die Belüftung scheint ganz zu fehlen. Sollten Anleger wirklich auf eine Firma mit einem unfertigen Auto setzen?
 
Nathan Weiss, Unit Economics, erklärt im Gespräch mit DER AKTIONÄR: „Dieses Gefährt ist wesentlich weniger ein tatsächliches Auto gewesen, als bei jeder Präsentation eines neuen Fahrzeuges etwa von General Motors.“ Deshalb ist es durchaus richtig zu sagen: Niemand ist bis jetzt in einem Tesla Modell „3“ gefahren, wie es Ende 2017 auf die Straße kommen soll.

Sieben Tatsachen gegen den „3“er
Dazu kommen noch weitere Fragen, zu denen Tesla Motors beharrlich schweigt beziehungsweise solche, welche Reservierer eines „3“er wieder abspringen lassen dürfte:
Punkt 1: Der günstige, weil staatlich subventionierte Preis in den USA, wird nur für wenige 3er-Besitzer gelten, denn es gibt eine Höchstgrenze von 200.000 geförderten Autos.
Punkt 2: In Deutschland kostet der „3“ er wohl 40.000 Euro.
Punkt 3: In anderen Ländern, wie etwa Indien, drohen Steuern von 100 Prozent, ein „3“er könnte dort also 70.000 Dollar kosten.
Punkt 4: Elon Musk wird bezüglich des Liefertermins kleinlaut: „Ich werde definitiv nochmals über unsere Produktionsplanung nachdenken müssen.“
Punkt 5: Die Lieferzeit kann sehr lange werden.
Punkt 6: Tesla Motors muss erst Kapazitäten schaffen, um die von Musk versprochenen 500.000 Autos im Jahr 2020 bauen zu können und dazu fehlt viel Geld. Der Analyst Nathan Weiss fragt sich und Elon Musk, wo das Geld herkommen soll und bekommt keine Antwort.
Punkt 7: Selbst wenn Tesla Motors wider erwarten ab jetzt alle Versprechen einhält, macht er dabei nur den Markt für viel größere Konkurrenz reif. Wirtschaftsinformatiker Klaus Schmitz, Beratungsfirma Arthur D. Little, erklärt: „Die deutschen Hersteller sind weiter als viele denken. Fertige Entwicklungen liegen in den Schubladen und warten wie weitere Kooperationen in der Zellfertigung nur darauf, dass der Markt wirklich reif ist für E-Fahrzeuge.“
 
Finger weg
Konservativen Anlegern rät DER AKTIONÄR weiterhin davon ab, Aktien zu kaufen, denn der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei Tesla ist sehr groß.

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