Tesla
- Werner Sperber - Redakteur

Tesla Motors: Es gibt kein Modell 3

Niemand ist bis jetzt in einem Tesla Modell „3“ gefahren, wie es Ende 2017 auf die Straße kommen soll. Es ist noch niemand in einem solchen „3“er je gesessen, aber der „3“er schafft es von Null auf Hundert Stundenkilometer in sechs Sekunden. Das Modell „3“ ist schon 276.000 Mal reserviert worden, wobei seit drei Tagen diesbezüglich keine neuen Meldungen mehr kommen. Zudem bricht ein wichtiger Markt für Tesla Motors ein: 54 Prozent Minus.

Da muss Musk nochmal nachdenken
Elon Musk, gesteht „unentschuldbare Selbstüberschätzung“ ein, nachdem das auf rein elektrisch angetriebene Automobile spezialisierte Unternehmen wieder einmal mit der Produktion nicht nachkommt und die selbst aufgestellten und noch vor sechs Wochen vollmundig versprochenen 16.000 Fahrzeuge Absatz im ersten Quartals 2016 nicht eingehalten hat. Schuld ist erneut das Pannenmodell „X“. Doch jetzt soll alles „planmäßig“ laufen, wie Tesla sagt. Insgesamt wird der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende kleinlaut: „Ich werde definitiv nochmals über unsere Produktionsplanung nachdenken müssen.“

54 Prozent Minus
Dabei sind doch Kapazitäten frei geworden. Von den 196 registrierten Ländern auf der Welt war Norwegen im vergangenen Jahr ein enorm wichtiger Markt für Tesla Motors. Die Regierung dort fördert Tesla mit hohen Subventionen für Tesla-Autokäufer. Acht Prozent der Jahresproduktion des Modelles „S“ ging nach Norwegen. Im ersten Quartal 2016 brach der Absatz im Jahresvergleich jedoch um 54 Prozent ein. Dramatisch, aber in nominalen Zahlen relativ: 2015 gingen 4.039 „S“ nach Norwegen und im Auftaktquartal 2016 waren es 705.

Was bringt ein „3“er Tesla?
Wenigstens hat Tesla bereits 276 Millionen Dollar von denjenigen eingenommen, die ein Modell „3“ reserviert haben. Beim Börsengang vor knapp sechs Jahren im Juni 2010 gaben die Anleger Musk 226 Millionen Dollar. Nun versucht Tesla mit einem Modell „3“ Geld zu verdienen, wobei der Preis – zu Beginn – 35.000 Dollar betragen soll. Wie viel Geld an einem Auto verdient wird oder wie viel Verlust Tesla damit macht – auch dazu schweigt Musk.

Finger weg
Elon Musk redet viel, um potenzielle Autokäufer und Anleger für sich und seine Firma zu begeistern. Harte Fakten liefert dann Tesla Motors und die sind in der Regel schlechter als die Versprechungen von Musk. An den Zielen von Musk und damit auch an den Möglichkeiten für das Unternehmen Geld zu verdienen darf also gezweifelt werden. Konservative Anleger sollten deshalb weiterhin die Finger von Tesla lassen. Noch mehr zum Thema ist auch in der aktuellen Ausgabe von DER AKTIONÄR zu lesen. 

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  • Tom From -
    "es gibt kein model 3"? Vergangene Woche hatten über 100 Journalisten das Vergnügen eine test fahrt zu absolvieren.

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