Tesla
- Werner Sperber - Redakteur

Tesla Motors: Ein Wunder wird/muss geschehen

Ungeachtet aller (möglichen) Probleme und selbst ungeachtet des nonverbalen Beinahe-Geständnisses von Elon Musk, das neue Modell „3“ nicht fristgemäß liefern zu können, springt der Aktienkurs von Tesla Motors im allgemeinen „3“er-Rausch nach oben. Gleiches gilt für die Euphorie von Analysten.

Tesla plötzlich doppelt so schnell wie beim Modell „X“?
Vorstandsvorsitzender und Mitgründer Musk sagte zwar bei der Vorstellung des Modell „3“ bezüglich der ersten Auslieferungen: „Ich bin recht zuversichtlich, dass es nächstes Jahr wird.“ Das wären 21 Monate nach der Präsentation des neuen Autos. Allerdings schmunzelte er dazu, was durchaus als Eingeständnis für eine nicht ernstgemeinte Behauptung gewertet werden darf. Beim Model „S“ betrug diese Frist 39 Monate, beim Model „X“ 44 Monate.

„3“er viermal schneller in der Produktion als „S“?
Der Ansturm der Kunden auf den „3“er ist für Tesla enorm: Mit Stand von 13 Uhr wurden 134.000 Autos reserviert. In den 45 Monaten seit der ersten Auslieferung des „S“ bis zum Jahresende 2015 schaffte es Tesla jedoch nur insgesamt gut 110.000 Fahrzeuge zu bauen. Von dem Model „X“ produzierte Tesla von Oktober bis Ende Dezember 2015 nur 570 Stück. Es darf also bezweifelt werden, dass der „3“er sehr viel schneller gefertigt werden kann.

KGV für 2016 von 208: Viel Hoffnung eingepreist
Dennoch legte die Notierung zwischenzeitlich um neun Prozent auf 220,65 Euro zu. Die Analysten von Dougherty & Co erhöhten ihr Kursziel um 14 Prozent auf 500 Dollar. Die Jünger von Tesla werden auf ihr Auto warten, diese Geduld haben sie beim „S“ und beim „X“ bewiesen. Allerdings braucht Tesla Masse, um den Eigentümern des Konzerns endlich glaubhaft Gewinnwachstum begründen zu können. Auf dieses Wachstum hoffen die Aktionäre, wie die hohe Bewertung mit einem KGV von 208 für das laufende Jahr belegt.

Weiter Finger weg
Elon Musk schmunzelte und damit ist alles gut. Jedoch erklärte er nicht, wie er massenhaft „3“er bauen, ausliefern und in Werkstätten betreuen lassen könnte. Konservative Anleger sollten deshalb weiterhin die Finger von Tesla lassen.

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